Tanz · Theater

Editta Braun Company - Hydraos



Eine Unterwasserfantasie in Grün und Blau von befremdlicher, teils beunruhigender Schönheit ist das neue Körperillusionstheater der editta braun company.

Es lebt. Es atmet. Es bewegt sich. Gedämpft, wie im Wasser. Doch ist es Tier? Pflanze? Mensch? Lemure?

Nervöses Zucken, ein Heben und Senken, Sich-Wiegen und Sich-verschieben. Das verschlingt sich ineinander, wogt, zieht sich zusammen und streckt sich, kriecht, tänzelt, rollt. Organisch jedenfalls und höchst eigenartig, mal träumerisch sanft, dann bedrohlich und wild, ein Gewirr der Gliedmaßen, wie auseinandergenommen und zu neuen Gebilden wieder zusammengefügt: Beine wie Fühler, Rümpfe ohne Kopf, bewegte Skulptur, archaische Posen und immer wieder überraschende Momente atemberaubender Harmonie der Formen und Bewegungen.

Eine Unterwasserfantasie in Grün und Blau von befremdlicher, teils beunruhigender Schönheit ist das neue Körperillusionstheater der editta braun company. Unterstützt von Thierry Zaboitzeffs meisterhaft Atmosphäre schaffenden Kompositionen zwischen verzerrten Pianoklängen, meditativem Blubbern und hämmernden Beats lassen drei Tänzerinnen in hautengen Ganzkörperanzügen den Betrachter eintauchen in eine Welt des sanften Wogens, die zugleich urzeitlich ist und futuristisch. Entstammen die blaugrünen Wasserwesen einem Genlabor oder sind sie Pioniere einer neuen Evolution, die unseren Planeten nach dem Untergang der Spezies Homo sapiens neu besiedeln? Diesmal ohne Recht des Stärkeren und Konkurrenz, ohne das Recht des Stärkeren, Fressen und Gefressenwerden? Jenseits von Gut und Böse, in einer Zeit oder Welt vor dieser Unterscheidung oder danach, ist dieser Organismus pures Leben, das lebt, atmet, sich bewegt. Bis zuletzt.