Jazz

Edi Nulz


Das grundsätzlich Abstrakte der Instrumentalmusik mit exzentrischer Titelgebung abzufedern, ist eine bewährte Methode zur Erdung. Das pfauchige Trio Edi Nulz, das unter der Führung der Bassklarinette die entfernten Reiche von Rockmusik und Jazz verbindet, zeigt diesbezüglich viel Humor.

Eigentlich polizeilich verboten: das basslose Jazz-Trio, die Rock-Band ohne Sänger. Aber ist es wirklich so einfach? Bei Edi Nulz ist die Bassklarinette Solist, Sänger und Bassist in Personalunion. Auch die Gitarre erlebt man zuweilen als Meister des tiefen Schalldrucks. Am Schlagzeug wird charmant gerumpelt und gekonnt geschludert, um dann letztlich die musikalische Legierung aus grandioser Grotesque und glücklichem Unsinn zu erzeugen. Edi Nulz amalgamiert und bastardisiert, gerät vorsätzlich außer Takt, nur um dann mit einem Kollektiv-Ruck oder kleinem Kniff oder Pfiff punktplötzlich wieder in die geordnete Bahn zu finden. Nicht zuletzt entfalten sich beim unbekümmerten Umgang mit Stilen und Effekten mehrere abendfüllende Portionen Spielspaß, welcher sich in der frischen Tradition des Trios regelmäßig auf Zuhörer- und Tänzerschaften überträgt. Jedes Konzert von Edi Nulz wird damit zu einer Gratwanderung zwischen Irrsinn und Präzision, Präzision und Wahnsinn oder Wahnsinn und Tennis. Ziemlich großes Hörspiel.

Siegmar Brecher – bass clarinett
Julian Adam Pajzs – tenor and baritone guitar
Valentin Schuster – drums, pocket piano


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