Theater

Durchgeritten


Karl May, 1842-1912, war ein Fantast, ein genialer Spinner und Schwadroneur, hinreißender Aufschneider, Schwindler und begnadeter Geschichtenerzähler.

Im Mittelpunkt dieser Hommage steht außer dem Werk die hochinteressante und bizarre Persönlichkeit Karl Mays, der zu Lebzeiten Kult war. Grund für die Idolisierung seiner Person war, seine geniale Selbststilisierung zum Helden seiner eigenen Romane. Zu behaupten, er sei Old Shatterhand und der Ich-Erzähler Kara Ben Nemsi in einer Person gewesen, er habe die Länder bereist und die Geschichten selber erlebt, von denen er erzählte, das war an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Fest steht, dass er sich schließlich um Kopf und Kragen fabulierte. Als man ihn nach und nach entlarvte, war der Sturz des Idols Karl May, des Beherrschers von sage und schreibe 1200 Sprachen, unvermeidbar.

Andreas Wellano gibt Karl May, den begnadeten Selbstdarsteller und Popstar der Unterhaltungsliteratur bravourös komisch und mit allen Wassern der Bühnenkunst gewaschen in einem grandiosen Soloauftritt. Satirisches, biografisches Theater mit hinreichend realem Bezug.

„Durchgeritten“ ist ein spannender und unterhaltsamer Abend mit dem Gesamtkunstwerk Dr. Karl May, dem Großspurigen, dem begnadeten Performer und Verwandlungskünstler, der nicht nur als Kara Ben Nemsi und Old Shatterhand imponiert, sondern darüber hinaus als Andreas Wellano die Bühne rockt.


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