Theater

Dugne


Der litauische Regisseur Oskaras Koršunovas inszeniert den vierten Akt von Maxim Gorkis Nachtasyl. Hier existiert Luka, der den Bewohnern dieser erbärmlichen Zufluchtsstätte Hoffnung auf ein besseres Leben gab, nur noch in der Erinnerung der Zurückgebliebenen. Koršunovas befragt Gorkis Meisterwerk komplementär zur Grundsituation in Becketts Warten auf Godot und evoziert eine tragische Welt absurder Hoffnungslosigkeit.

Leben Becketts Helden immer noch in der Illusion, dass früher oder später ein unbekannter, herbeigesehnter Gast erscheinen und sich mit ihm das Leben ändern wird, lässt Koršunovas’ Welt dieser keinen Raum. Seine Helden, zurückgelassen und voller Unruhe, stecken tief im Sumpf ihres armseligen Lebens. Einzig Wodka mildert ihre Verzweiflung.
Ein minimalistisches Bühnenbild, ein winziges Zimmer, die Helden sitzen wie beim Abendmahl den Zuschauern gegenüber, beichten, streiten, reden melancholisch über den Sinn des Lebens, greifen zu Hochprozentigem, bis irgendwann das erste Glas an das Publikum geht. Ist das noch Theater oder können wir hier gemeinsam über Hoffnung reden? In Russland ist ein offenes Wort über Gott ohne Wodka – auf beiden Seiten der Rampe – praktisch unmöglich.
Zuletzt war Oskaras Koršunovas bei den Wiener Festwochen 2000 an Hotel Europa beteiligt.

Inszenierung Oskaras Koršunovas
Bühne Dainius Liškevičius
Kostüme Agnė Kuzmickaitė
Musik Antanas Jasenka
Technische Leitung und Ton Mindaugas Repsys
Requisite und Kostüme Aldona Majakovaite
Stage-Management Malvina Matickiene
Tour-Management Audra Zukaityte

Satin Dainius Gavenonis
Nastja Rasa Samuolytė
Ein Schauspieler Darius Gumauskas
Bubnow Julius Žalakevičius
Ein Baron Darius Meškauskas
Kleschtsch Jonas Verseckas
Ein Tatar Tomas Žaibus
Aljoschka Giedrius Savickas
Kwaschnja Nelė Savičenko
Medwedew Rytis Saladžius


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