Klassik

Duchamp meets John Cage


Gunter Schneider (Kontragitarre), Angélica Castelló (Paetzold-Blockflöten), Barbara Romen (Hackbrett) und Burkhard Stangl (Kontragitarre)

Marcel Duchamp (1886 - 1968) und John Cage (1912 - 1992) zählen zu den wichtigsten und einflussreichsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Ihre Freundschaft ging weit über das gemeinsame Schachspielen hinaus. Es verband sie ähnliche Betrachtungsweisen der Welt, das Infragestellen des gängigen Kunstbegriffs und die Befassung mit dem Zufall.

In seiner Komposition „Erratum musical“ (1913) organisierte Duchamp 75 Töne seines Klaviers mittels Zufallsprinzip. Cage sah die Befassung mit dem Zufall – wenn er mit den Orakelmünzen des I Ching seine Klänge erwürfelte – als Möglichkeit, zu allgemein gültigen Lösungen zu gelangen. Diese Option wiederum war eine der wesentlichen Ideen bei Duchamps Konzeption der „Ready mades“. Deren musikalisches Gegenstück ist Cages „4’33“.

Unter der Konzeption von Gunter Schneider setzen sich in dem Konzert vier MusikerInnen mit dem US-amerikanischen Komponisten John Cage und dem französischen Künstler Marcel Duchamp auseinander. Zu hören ist Schneiders Komposition „Duchamp Default“, eine freie Auseinandersetzung mit Duchamps „Erratum musical“. Ausgehend von den 75 Tönen der von Duchamp zufällig zusammengefügten drei Stimmen entwickelt Schneider eine Partie à 4, die unvorhersehbar aber konsequent ist. Das Ensemble stellt dieses Musikstück zwei Kompositionen von Cage gegenüber: „4’33“ und „Ryoanji“. Letztere hat Cage in Auseinandersetzung mit dem Zenbuddhismus nach dem berühmten Steingarten in Kyoto benannt.


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