Kunstausstellung

Drück mich! Der Türdrücker


Die Ausstellung versteht sich auch als Reverenz an viele unbekannte Schmiede, Schlosser und Graveure, welche diese Türdrücker hergestellt haben.

Ein Türdrücker - auch Türklinke, Türschnalle oder Türfalle – ist eine hebelartige Vorrichtung oder auch ein Griff zum Öffnen und Schließen der Schnappverriegelung einer Türe. Der Türdrücker ist eine zentraleuropäische Erfindung und bildet zusammen mit ihrer Einfassung und dem Schlüsselloch den Türbeschlag. Dieser Türbeschlag ist bis heute das zentrale Sicherheitselement eines Gebäudes. Die wesentliche Technologie unserer Drücker gibt es weitgehend seit den Römern, das erste Sicherheitstürschloss erst seit dem Jahr 1910.

Die Ausstellung DRÜCK MICH! im Museumsdorf Mönchhof ist dieser scheinbaren Nebensächlichkeit gewidmet. Dem unterschätzen Architekturdetail wird eine kulturgeschichtliche Würdigung erteilt. Der Eisenstädter Architekt und Autor Klaus-Jürgen Bauer fotografiert seit Jahren Türdrücker. Sie faszinieren ihn aufgrund ihrer Schönheit und ihrer Einzigartigkeit. Obwohl Türdrücker in der Geschichte des Bauens und der Architektur oft nur eine untergeordnete Rolle spielen, sind sie dennoch sehr wichtig. Dieses kleine, oft unscheinbare Objekt ist in der Regel das einzige Kunstwerk, das Menschen beim Benutzen von Häusern mit den Händen berühren. Die unmittelbarste Kommunikation zwischen Mensch und Architektur findet also über dieses kleine Objekt statt. Grund genug für Architekt Bauer, um genauer hinzusehen. Bei der Ausstellung werden circa 200 Fotografien zu sehen sein, die im Laufe der letzten Jahre überall in Europa entstanden sind.

Die Ausstellung versteht sich auch als Reverenz an viele unbekannte Schmiede, Schlosser und Graveure, welche diese Türdrücker hergestellt haben. Ihr Können, ihre Liebe zum Detail und zur Verzierung ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund der früher vorhandenen, einfachsten Werkzeuge und technischen Mittel zu sehen und wird mit dieser Ausstellung gewürdigt. Zur Ausstellung erscheint ein Postkartenkatalog. Die Ausstellung ist bis zum 8. Juni 2014 in Mönchhof zu besichtigen.

Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen
jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr


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