Theater

Dritte Republik (eine Vermessung)


In einem kafkaesken Setting über die letzten 100 Jahre hinweg bis heute, entwirft der Autor Thomas Köck, die "dritte republik" als ein Verfassungskonzept für ein taumelndes Europa zwischen Globalisierung und nationalstaatlichen Sehnsüchten: die Dystopie eines autokratischen und neoliberalen Staatenbunds, ausgelöst durch den Rechtsruck mehrerer europäischer Länder.

mit JeanneMarie Bertram, Maria Fliri, Simone Loser, Joachim Rathke, Jens Ole Schmieder

Europa, im Winter 1918/19, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Inmitten eines Jahrhundertsturms irgendwo im posthabsburgischen Niemandsland trifft eine Landvermesserin auf einen Kutscher und bittet ihn, sie zur Grenze zu bringen. Immerhin schickt sie das ehemalige k.u.k. Vermessungsamt, um die neuen Außengrenzen zu vermessen. Aus dem kurzen Ritt durch die Peripherie des frühen, krisengeschüttelten 20. Jahrhunderts wird allerdings schnell eine surreale, albtraumhafte, posthistorische Odyssee durch einen au der Zeit und aus den Fugen geratenen Kontinent. Langsam verschwimmen im Sturm Zeiten und Schauplätze, historische Fakten und blinde Mutmaßungen.

In einem kafkaesken Setting über die letzten 100 Jahre hinweg bis heute, entwirft der Autor Thomas Köck, die "dritte republik" als ein Verfassungskonzept für ein taumelndes Europa zwischen Globalisierung und nationalstaatlichen Sehnsüchten: die Dystopie eines autokratischen und neoliberalen Staatenbunds, ausgelöst durch den Rechtsruck mehrerer europäischer Länder. Unterwegs treffen der Kutscher und die Landvermesserin vom Tremor gebeutelte Soldaten, eine desertiere Fallschirmspringerin, kafkaeske Gehilfen, einen suizidalen, weltberühmten Reeder, und das alles am fürchterlichsten und menschenfeindlichsten Gebiet der Geschichte: der österreichischen Provinz. Eine Vermessung nach Motiven und Zitaten von Jim Jarmusch, Franz Kafka, Thomas Pynchon, Neal Young, Robert Menasse, Ulrike Guerot, Wendy Browm, Aram Chatschaturjan, Dimtri Shostakovich und Sergei Rachmaninow.

Thomas Köck ist einer der herausforderndsten und gefragtesten Dramatikerinnen Österreichs, der mit bildgewaltiger Sprache Phänomene und Akteurinnen der politischen Gegenwart geschichtsmetaphorisch und höchst theatral fasst. Mit „dritte republik (eine vermessung)„ schafft Thomas Köck das Panorama eines taumelnden Kontinents zwischen europäischem Traum und nationalstaatlichen Sehnsüchten.

Regie Stephan Kasimir
Ausstattung Caro Stark
Lichtdesign Matthias Zuggal
Produktionsleitung Lisa Weiss
Plakat Lena Seeberger

​Darstellerinnen
Jeanne Marie Bertram
Maria Fliri
Simone Loser
Joachim Rathke
Jens Ole Schmieder


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