Theater

Draussen vor der Tür


Beckmann kommt aus dem Krieg. Tausend Tage hat er gefroren, gefangen im fernen Sibirien. Jetzt kommt er heim, mit steifem Knie und Gasmaskenbrille, ein hungriger Krüppel, auf den keiner gewartet hat.

Zuhause gibt es nicht mehr. Seine Frau hat ihn aufgegeben, das gemeinsame Kind ist tot, in seinem Bett liegt längst ein anderer. Beckmann ist hier nicht erwünscht. Verzweifelt irrt er durch die nächtlichen Straßen, getrieben vom immergleichen Traum, der ihn keine Nacht schlafen lässt: In seinem Kopf marschieren die Batallione der Toten und der Krieg spielt Xylophon auf ihren ausgebleichten Knochen.

Beckmann findet keine Ruhe. Aller Kraft und Hoffnung beraubt, will er seinem Leben ein Ende setzen und stürzt sich in die Elbe. Doch nicht einmal der Fluss will ihn haben und wirft ihn unwillig zurück ans Ufer. Beckmanns Irrfahrt ist noch nicht zu Ende ...

„Ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will“ nannte Wolfgang Borchert sein expressionistisches Antikriegsdrama. Damit hatte er seine Wirkung unterschätzt: „Draußen vor der Tür“ gilt bis heute als eines der wichtigsten Stücke der deutschen Nachkriegsliteratur.


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