Theater

Dramolette


Ein zweiteiliger Theaterabend mit Dramoletten von Thomas Bernhard und einer Uraufführung von Texten junger Autoren.

Imma nu schee (UA) / AUTORENPROJEKT DER udk berlin
Der deutsche Mittagstisch / Thomas Bernhard

Neben den rhetorischen Großformen, den Künstler- und Großbürgerdramen beherrschte Thomas Bernhard ebenso virtuos die politisch zugespitzte kurze Farce und das einaktige Volksstück im oberbayrischen Idiom. Zwischen 1977 und 1981 entstanden sieben Dramolette, die den deutschen Mittagstisch und seinen ganz alltäglichen Faschismus zum Inhalt haben: bös pointiert, überbordend schrecklich-komisch. In der dialektal geprägten Rede dieser dramatischen Anti-Genre-Bilder finden sich viele der rhetorischen Figuren und grotesken Spielmittel, die Bernhard auch in seinen anderen Texten einsetzt. In allen Mini-Dramen treiben die Gemeinplätze der Intoleranz, des Fremdenhasses und des faschistoiden Gedankenguts ihre Blüten.

Wie geht es am deutsch-österreichischen Mittagstisch im 21. Jahrhundert zu? Das Salzburger Landestheater stellt dem Werk des großen Dichters neue Texte zur Seite. Als Autorenprojekt mit dem Studiengang »Szenisches Schreiben« an der UdK Berlin sind junge deutsche und österreichische Autor/innen eingeladen, eigene Kürzestdramen der heimatlichen Landvermessung zum heutigen Mittagstisch beizutragen.

Claus Tröger, der in der Spielzeit 2012/2013 im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Dichter am Theater« den Einakter »Agnes« von Jakob Nolte, damals Student der UdK Berlin, am Salzburger Landestheater uraufgeführt hat, konnte für die Realisation des Projektes mit Bernhardschen und neuen Texten wieder gewonnen werden.

Die Frage nach der Heimat ist im aktuellen Spielplan, der sich der »Kunst der Veränderung» widmet, ein besonderer Schwerpunkt und wird mit diesem Theaterabend eröffnet.


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