Kunstausstellung

Dorothee Golz - Schlafzimmer und andere Versuchsanordnungen


Mit der Ausstellung Schlafzimmer und andere Versuchsanordnungen präsentiert die Galerie im Taxispalais eine Retrospektive der Künstlerin Dorothee Golz.

Die Ausstellung umfasst seit Ende der 1990er Jahre entstandene Werkgruppen sowie neueste Arbeiten, die erstmalig vorgestellt werden. Golz, die spätestens seit ihrer Teilnahme an der documenta X internationale Aufmerksamkeit erlangte, ist Bildhauerin, arbeitet jedoch gleichwertig in den Medien Zeichnung und Fotografie, die ebenfalls räumlichem Denken verpflichtet sind.

Die Ausstellung zeigt zentrale Werkkomplexe der Künstlerin, in denen sie auf humorvolle, ironische und subtile Weise die Wahrnehmung und Gestaltung von innerer und äußerer Wirklichkeit hinterfragt. Ihren oftmals wissenschaftlich-analytischen Denkansatz übersetzt Golz in unterschiedliche plastische und zeichnerische Setzungen. In ihren skulpturalen Arbeiten kommen dabei signifikante Materialien wie Eisen, Glasfaserlaminat, Gips, transparente Folien, Silikon, Hasengitter und Fell zum Einsatz. Sie konfrontiert den Betrachter mit surreal anmutenden Settings, wobei sie meist vertraute Gebrauchsgegenstände in eine neue Form bringt und sie zwingt, ihre Funktionalität aufzugeben ohne dass dabei das Wissen um ihre ursprüngliche Bedeutung und Bestimmung verloren geht. Ihre skulpturalen Rauminstallationen und Objekten sind Versuchsanordnungen mit denen Golz unter anderem Fragen nach möglichen Lebensentwürfen, Projektionen und dem Selbstbild nachgeht. In ihrer bekannten Skulpturenserie Hohlwelten thematisiert die Künstlerin das Spannungsverhältnis von subjektiver und objektiver Wahrnehmung und untersucht Fragen wie: Was ist Individualität? Wo beginnt sie und wo hört sie auf? Wie nimmt das Innere auf das Äußere Einfluss und umgekehrt?

Mit ihren Hohlwelten hinterfragt sie, in wie weit individuelle Empfindung, Ausdeutung und Bewertung von alltäglichen Gegenständen, Ereignissen und Situationen Einfluss auf unser Realitätsempfinden nehmen und unsere Erfahrungsräume generieren. Mit ihren psychologisch aufgeladenen Tischarrangements, in denen einzelne Elemente wie Tisch und Stühle, Besteckteile und Tassen zusammengewachsen sind, thematisiert Golz die Schwierigkeit, individuelle Vorstellungen und Lebenskonzepte zu verwirklichen. In der Fotoserie Digitale Gemälde vagabundiert die Künstlerin in den Epochen der Kunstgeschichte mit der Absicht, Schnittstellen zwischen einer historischen und einer aktuellen Ästhetik auszumachen.

Indem sie Gesichter aus bekannten Renaissancegemälden extrahiert und diese mit einem modernen Setting und Bildelementen, die eine zeitgenössische Sprache sprechen, ergänzt und in ein heutiges Idiom übersetzt, untersucht Golz historische und gegenwärtige gesellschaftliche Projektionen und Klischees in Bezug auf die Wahrnehmung und Darstellung von Frauen und Männern.

Öffnungszeiten
Di. bis So. 11 bis 18 Uhr, So. 11 bis 20 Uhr


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