Tanz · Theater

Doris Uhlich: TANK


Ist dieses Wesen ein Experiment, vielleicht sogar eine genetische Neuschöpfung wie Ripley in Teil 4 ("Die Wiedergeburt") der Filmserie Alien? Möglicherweise.

Auf jeden Fall ist das, was in diesem Stück der renommierten Wiener Choreografin Doris Uhlich mit dem Körper des Menschen Doris Uhlich passiert, ebenfalls einigermaßen unheimlich. Mitten auf der Bühne im Odeontheater ragt eine große Glasröhre auf, in der eine undefinierbare, nebelhafte Substanz wabert. Und da: eine Hand, ein Umriss, ein Bein, ein nackter Körper, der in der hochenergetischen Spannung der Musik von Boris Kopeinig vibriert. In diesem Solostück packt Doris Uhlich das heikle Thema der Körpermodifikationen an, mit allem, was damit – zwischen Glücksverheißungen und dystopischen Aussichten – verbunden wird. „I want to stink again!“, ruft das Wesen in seinem Glastank. Ist es deswegen gefährlich? Sicher ist nur eines: Uhlich, die Schöpferin ihrer selbst als ironische Wiedererweckung des Test Tube Girls als Pop- und Pulp-Motiv, bewahrt auch hier den nötigen Humor.

Österreichische Erstaufführung
Dauer: 70 min


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