Oper

Don Trastullo


„Don Trastullo“ ist der komische Zwilling von „Il Germanico“. Auch Niccolò Jommelli eroberte wie Nicola Porpora als Neapolitaner Rom als Opernkomponist. So wie Porpora komponierte auch Jommelli temperamentvolle, leidenschaftliche Opernmusik, allerdings eine Generation später. „Er ist der natürliche Nachfolger Porporas“, sagt Alessandro De Marchi über Jommelli, „er war stilistisch auch auf der Höhe der Zeit und komponierte reich nuancierte und galante Musik.“ Das Talent für das Heitere, für die Opera Buffa, wie es in „Don Trastullo“ großartig zur Geltung kommt, übertrug sich von Jommelli – der damals eine europäische Berühmtheit war – auf Mozart, wie De Marchi vom Vorbildcharakter des Neapolitaners für den Salzburger überzeugt ist. Mit seinem Jahrgangsgenossen Gluck hat Jommelli die Ausprägung eines internationalen europäischen Opernstils mit italienischen, französischen und deutschen Einflüssen gemeinsam. De Marchi hebt hervor, wie sorgfältig und farbenreich Jommelli selbst eine kleine komische Oper wie „Don Trastullo“ instrumentiert hat und wie anspruchsvoll die Sängerpartien komponiert sind. „Normalerweise wurden Intermezzi oft auch von singenden Schauspielern aufgeführt, für ,Don Trastullo‘ würde das aber niemals ausreichen, da braucht man hochwertige Sänger und Opernspezialisten“, sagt De Marchi.

Der schöne Mittelpunkt des Intermezzos ist Arsenia, die in Innsbruck mit Robin Johannsen eine Glanzbesetzung hat. Arsenia, die Dame mit dem giftigen Namen, weiß die Männer zu verzaubern. „In winzigen Dosen wurde übrigens in der Barockzeit Arsen als Aphrodisiakum eingenommen“, weiß De Marchi. Arsenia ist eine Frau mittleren Standes, die den Capitano Giambarone – ein Tenor – heiraten und das Geld für das Eheleben mit einer netten Betrügerei auftreiben möchte.
Opfer ist natürlich der Bassbariton Don Trastullo, der in bester Buffomanier tollpatschig auf das Gaunerpärchen hereinfällt. Die Voraussetzungen für eine neuerlich köstliche Komödie in der prachtvollen Kulisse des Spanischen Saal und für die turbulent-pointierte Regie von Christoph von Bernuth sind gegeben. Für die Partie des Don Trastullo konnte mit Federico Sacchi ein echtes Buffo-Kaliber gewonnen werden. Sacchi, der mit Dirigenten wie René Jacobs und Lorin Maazel zusammenarbeitete, feierte in Partien wie dem Leporello und dem Falstaff große Erfolge. In Opern von Händel über Rossini und Donizetti bis Puccini ist Sacchi auf wichtigen Bühnen wie La Fenice in Venedig, dem Opernhaus Zürich und dem Théâtre Royal de La Monnaie präsent.

Intermezzo in zwei Teilen von Niccolò Jommelli

Halbszenische Aufführung in italienischer Sprache

Alessandro De Marchi (Musikalische Leitung)
Christoph von Bernuth (Regie)
Academia Montis Regalis (Orchester)

Arsenia Robin Johannsen (Sopran)
Don Trastullo Federico Sacchi (Bassbariton)
Giambarone Francesco Castoro (Tenor)


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