Oper

Don Giovanni



Girls, girls, girls: Der berüchtigte Verführer Don Giovanni treibt gerade in Sevilla sein Unwesen und will nachts – maskiert! – die schöne Donna Anna verführen. Diese ruft ihren Vater, den Komtur zu Hilfe, der kurzerhand von Don Giovanni ermordet wird. Der Frauenheld kann unerkannt fliehen. Die nächste Begegnung führt ihn zu einer ihm schon bekannten Dame: Donna Elvira. Einst hatte Don Giovanni sie vor dem Altar sitzen lassen und daher ergreift er auch jetzt schnell die Flucht. Die Liste von Don Giovannis Eroberungen ist lang, wie sein Diener Leporello Donna Elvira kundtut. Aber Don Giovanni hat noch nicht genug. Er wird auf die schöne Zerlina aufmerksam und obwohl es ihr Hochzeitstag ist, wird sie seinen Verführungskünsten nachgeben… Das funktioniert alles, weil Leporello, ein zwar widerwilliger, aber doch treuer Diener seines Herrn ist und ihn tatkräftig unterstützt. Er tauscht sogar – wenn nötig – mit ihm die Identität und riskiert fast sein Leben. Allerdings fliegt seine Verkleidung auf, was er seinem Herrn nachts auf dem Friedhof berichtet. Da ertönt eine Stimme – es ist die Grabstatue des ermordeten Komturs. Spöttelnd lädt Don Giovanni die Statue zum Essen ein und sie sagt zu. Angst empfindet Don Giovanni keine. Allerdings ist er doch überrascht, als die Statue wirklich vor seiner Türe steht und ihn auffordert, nun bei ihr zu speisen. Don Giovanni zieht es in Erwägung bis hin zum finalen Handschlag… Don Giovanni war die zweite kongeniale Zusammenarbeit von Mozart und seinem Librettisten Lorenzo da Ponte. Der Auftrag kam von Pasquale Bondini, dem Impresario des Gräflich Nostitzschen Nationaltheaters in Prag, wo er mit seiner Truppe gerade erfolgreich Mozarts Figaro aufgeführt hatte. Nicht wie geplant am 14. Oktober, sondern wegen Einstudierungsschwierigkeiten erst am 29. Oktober 1787 fand die bejubelte Premiere statt. Der mit Doppeldeutigkeiten gespickte Text wird durch Mozarts Musik psychologisch perfekt ausgedeutet. Schon in der berühmten Ouvertüre erklingt ein dramatischer und leidenschaftlicher Grundton, der in Don Giovannis düstere Seele blicken lässt. Bis heute wird gerne E.T.A. Hoffmann zitiert, der Don Giovanni die „Oper aller Opern“ nannte.