Kunstausstellung

Djawid Borower - Chiara Dynys


Die in der Galerie gezeigte Serie „poisoned flowers“ verlangt wie alle Arbeiten von Chiara Dynys von den Betrachterinnen und Betrachtern eine aktive Rolle: Sie sind zeitgenössische Vexierbilder, die auf den ersten Blick wie monochrome Farbflächen erscheinen.

In allen Serien von Djawid Borower (*1958 in Köln, lebt und arbeitet in Wien) existiert die Spannung zwischen Teil und Ganzem, besitzt das einzelne Bild zwar seine eigene Kraft und Identität, ist aber zugleich „nur“ eine Facette eines umfassenderen Bildwerkes. Wie auch seine Biographie ist die Kunst von Djawid Borower gattungsüberschreitend. In verschiedenen Serien und Medien setzt er sich mit profanen wie metaphysischen Themen auseinander, mit Geld und Macht, Gott und Zeit, Sex und Film.

In seiner jüngsten, 2014 begonnenen Serie „Pictures of Time and Nature“ verlegt Borower diese Spannung in das einzelne Werk selbst, indem er seine Motive unausgeführt lässt, dabei aber Bilder erzeugt, die in sich geschlossen und im buchstäblichen Sinn vollendet erscheinen. Dabei wählt er mit der Darstellung von Blumen ein Sujet, das die Malerei seit dem Barock verwendet, um über Zeit und Vergänglichkeit zu reflektieren. Nur geht es Borower nicht um Verfall, sondern im Gegenteil um deren Aufhebung in der Gleichzeitigkeit von Ausführung und Entwurf, von Fertigem und Unfertigem, von Manifestation und Idee.

Die Künstlerin Chiara Dynys (*1958 in Mantua, lebt und arbeitet in Mailand) arbeitet in den verschiedensten Medien – sie ist in der Lichtkunst ebenso daheim wie in der Skulptur, der Installation oder dem Video. Dynys beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit Fragen nach Realität und Virtualität, die Minimal-Art ist ebenso Teil ihres Referenzsystems wie die Konzeptkunst. Sie setzt dabei auf die ihr eigene virtuose Weise verschiedenste Materialien ein, verbindet traditionelle handwerkliche Prozesse mit hochentwickelter zeitgenössischer Technik.

Die in der Galerie gezeigte Serie „poisoned flowers“ verlangt wie alle Arbeiten von Chiara Dynys von den Betrachterinnen und Betrachtern eine aktive Rolle: Sie sind zeitgenössische Vexierbilder, die auf den ersten Blick wie monochrome Farbflächen erscheinen. Bewegt man sich jedoch durch den Raum, so stellt man fest, dass sich hinter den Farbflächen in ihren aufwändig produzierten farbigen Kunstharzrahmen in einem bestimmten Winkel Bilder von Blumen verbergen. Die Künstlerin präsentiert uns so ihren ganz eigenen Blickwinkel auf ein klassisches Bildsujet in der Kunst – das Blumenstillleben – und transportiert es damit ins 21. Jahrhundert.
(Textauszüge: Djawid Borower, Brita Sachs und Ida Darl) .


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