Tanz

Die Zukunft der Gottesanbeterin


Irre Powerfrau trifft auf falschen Analytiker. Das Ergebnis: ein Blutbad.

Freud hat wiederholt die Diagnose gestellt, dass Kulturen als Ganzes dazu neigen neurotisch zu werden. Alles scheint darauf hinzuweisen, dass es heute wieder einmal so weit ist. Das Stück bietet eine launige Einführung in die Psychoanalyse aus dem Geist Woody Allens, erinnert an den Erotikthriller „Basic Instinct“ und bildet insgesamt das weibliche Gegenstück zu Goethes Faust:

„Und was der ganzen Menschheit zugeteilt ist,
will ich in meinem innern Selbst genießen!

und so mein eigen Selbst zu ihrem Selbst erweitern,
und, wie sie selbst, am End auch ich zerscheitern.“

Eine Karrierefrau von heute wird von seltsamen Symptomen geplagt, die sie sich auf keine Weise zu erklären vermag: Sie träumt davon, Männer zu ermorden. Ohne Anlass, ohne Vergnügen – einfach so. Im Wachen hingegen wird sie von Zeit zu Zeit in einen Zustand religiöser Verzauberung versetzt, aus dem sie sich nur schwer wieder zu befreien vermag. Ihr exakt geplantes Leben gerät allmählich durcheinander. Endlich entschließt sie sich einen Psychoanalytiker aufzusuchen. Da spielt ihr jedoch der unberechenbare Zufall einen bösen Streich.

So nimmt eine Geschichte ihren Lauf, in der die Grenzen zwischen Gesundheit und Irresein genau so verschwimmen, wie die Unterschiede zwischen dem einzelnen Menschen und der Menschheit als Ganzes. Wer ist krank, wer gesund? Wer ist Täter, wer ist Opfer?

Wir leben im Zeitalter der allgemeinen Menschenrechte. Und der Mensch ist, was der Mensch aus ihm gemacht hat. Jeder Einzelne ist wie alle. So wird die Erde im Grunde von einem einzigen Wesen bewohnt und zerstört und dieses Wesen hat kein Gewissen, keine Moral, keine Vernunft. Es ist so unschuldig und grausam wie die Natur selbst…

Dieses letzte Erdzeitalter hat bereits einen Namen: Anthropozän.

Ein theatralischer Film von Jürgen Kaizik

Mit: Ines Kratzmüller und Jürgen Kaizik

Kostüme & Raum: Nora Scheidl


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