Theater

Die Waffen nieder !


Bertha von Suttner, Ikone nicht nur des feministischen Anti-Militarismus, sondern der ganzen Friedensbewegung, hat einen Romantitel als Aufschrei in die Welt gesetzt, der bis heute unerfüllt geblieben ist.

Der etwa 400 Seiten umfassende Roman, der mit feiner Ironie die morbide Gesellschaft des höfischen Adels anprangert, schilderte nicht nur den förmlich zu riechenden Ekel eines Leichenfeldes am Morgen nach der Schlacht, sondern auch die Nöte von adeligen Töchtern gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Mag es dabei auch hin und wieder Nähe zu „Herz und Schmerz“ geben, so ist doch die großartige Bewusstwerdung und intellektuelle, sowie politische Emanzipation einer Frau zu verfolgen, deren glückliche Beziehung zuletzt allerdings wieder durch den Krieg aufs Brutalste zerstört wird.

Die Theaterfassung fokussiert auf beeindruckende Weise diese Entwicklung der Gräfin Dotzky, ihr Scheitern, das in der Vorhersagung des Ersten Weltkrieges gipfelt, aber auch das Samenkorn einer Sehnsucht nach Frieden. Das Engagement dafür sollte erst mehr als ein halbes Jahrhundert später - zumindest in Mitteleuropa - zaghafte Früchte tragen.


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