Oper

Die tote Stadt


Szenen einer Ehe in einem morbiden Brügge: Paul kann Marie nicht vergessen, die er wie eine Heilige verehrt, und doch begehrt er Marietta, die lockend Vulgäre. Zwischen beiden steht Brigitta, Pauls Stütze im Alltag und seine letztlich treuste Gefährtin, sowie sein von katholischer Moral geprägtes Gewissen. Was eigentlich nur als Traum zu denken ist, wird in dieser Konstellation Wirklichkeit: gelebte Lust, Eifersucht und Mord...

Georges Rodenbachs symbolistisch-dekadenter Roman "Bruges-la-Morte" ("Das tote Brügge") von 1892 bot mit seiner am Zeitgeist orientierten Mischung aus Erotik und Todessehnsucht, der Frage nach dem Verhältnis von Ähnlichkeit zu echter Identität, Realität zu Traum eine Erfolg versprechende Vorlage für Korngolds 1920 am selben Abend in Köln und Hamburg uraufgeführte Oper.

Aus der üppigen, trotz enormer Anforderung von Sanglichkeit und Melodienreichtum geprägten Partitur blieben Hits wie "Glück, das mir verblieb" oder "Mein Sehnen, mein Wähnen" bis heute unvergessen. Den für die Inszenierung von Traumbildern bekannten Regisseur Johannes Erath fordert die in der "Toten Stadt" schon vom Werk selbst als Traum apostrophierte Handlung zu besonderer Phantasie heraus. Er lässt sich dabei von den Prinzipien des Films und der Ästhetik des Hollywood-Kinos inspirieren, um uns die Frauen in Pauls Leben als Hinterfragung heutiger Bilder des Begehren in größtmöglicher Sinnlichkeit erfahrbar zu machen.

BESETZUNG:
Musikalische Leitung: Dirk Kaftan
Inszenierung: Johannes Erath
Ausstattung: Herbert Murauer
Dramaturgie: Francis Hüsers • Bernd Krispin

Marietta | Die Erscheinung Mariens: Marion Ammann • Gal James
Brigitta: Dshamilja Kaiser • Xiaoyi Xu
Juliette: Tatjana Miyus
Lucienne: Xiaoyi Xu • Anna Brull
Paul: Zoltán Nyári • Johannes Chum
Frank | Fritz: Ivan Oreščanin
Victorin: Taylan Reinhard
Graf Albert: Manuel von Senden


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