Theater

Die Stunde da wir nichts voneinander wußten


≫Die Bühne ist ein freier Platz im hellen Licht≪, so beginnt Peter Handkes Theaterstück um das Geschehen auf einem nicht näher benannten Platz. In seinem bei den Wiener Festwochen 1992 im Theater an der Wien uraufgeführten poetischen Weltentwurf des Flüchtigen lässt Handke Momente des wahren Empfindens, des Begegnens und Verlierens, chaotische wie rätselhaft geordnete Bewegungen, Vertrautes wie Befremdliches vorbeiziehen.

Hunderte von Personen hinterlassen Spuren in der Zeit und in den Gedächtnissen der Zuschauer, bis der Platz ins nächtliche Dunkel taucht. Europa und seine Bewohner haben sich in mehr als zwanzig Jahren dramatisch verändert. Die Öffnung der Grenzen innerhalb der Europäischen Union hat auch die Grenzen zu den Nachbarkontinenten näher herangerückt. Mit Sicht auf die verschobenen Koordinaten der Welt und ihre neu durchmischte Bevölkerung inszeniert das estnische Regieduo Ene-Liis Semper und Tiit Ojasoo seine Version von einem Platz in der Mitte dieses neuen Europa.

Seit der Gründung seines Theaters NO99 in Tallinn im Jahre 2004 hat das Künstlerpaar vor allem mit großen politisch-theatralen Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. Die konkrete Auseinandersetzung mit der jüngeren Geschichte seines Landes und neue Weltentwürfe prägen seine Arbeiten, die auch über die Landesgrenzen hinaus wahrgenommen wurden. Mit Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt und Heiße estnische Männer gastierten Regiearbeiten von Ene-Liis Semper und Tiit Ojasoo bereits mit großem Erfolg bei den Wiener Festwochen.

Künstlerischen Leitung und Besetzung
Inszenierung und Ausstattung Tiit Ojasoo, Ene-Liis Semper
Musik Lars Wittershagen
Dramaturgie Sandra Küpper


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