Theater

Die schlimmen Buben [in der Schule]


Johann Nestroys Einakter "Die schlimmen Buben [in der Schule]" ist mehr als – wie bei der Uraufführung am 10. Dezember 1847 angekündigt – eine "Burleske". Die Bezeichnung verdankt sich wohl der Rücksicht auf die Zensur, ebenso wie die Streichung des Titelzusatzes "in der Schule". Akribisch hat Nestroy im ganzen Stück Begriffe, die auf die reale Schulsituation und auf die Situation der Lehrer verwiesen, durch harmlosere ersetzt. Vor allem aber sollte die generelle Kritik an der hierarchisch aufgebauten Struktur, in der Schule wie in der Gesellschaft, mit dieser "Selbstzensur" kaschiert werden. Genau besehen ist bereits eine Vorahnung des Jahres 1848 zu spüren. Der vorlaute Schüler Willibald wurde von Nestroy selbst gespielt. Es wurde ab den 1850er Jahren eine seiner beliebtesten Rollen.

Die Wienbibliothek besitzt nicht nur seit 2007 (als Geschenk aus der Sammlung Kallir-Nirenstein) die Reinschrift zu diesem Werk, sondern in ihrem Altbestand auch eine Rohfassung sowie zahlreiche Entwurfblätter.

Begleitveranstaltung zur Ausstellung "Tafelkratzer, Tintenpatzer. Schulgeschichten aus Wien"
Programm

Begrüßung: Alfred Pfoser, stlv. Direktor der Wienbibliothek
Einleitung und Moderation: Walter Obermaier, Direktor der Wienbibliothek i.R.
Szenische Lesung: Robert Reinagl, Burgtheaterschauspieler
Am Akkordeon: Marie Theres Stickler
Brot & Wein


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