Theater

Die Schattenseite meines Lebens als Lichtgestalt


Von Leon Engler Uraufführung. Nach den großen Erfolgen mit X Jahre Kriegsfreiheit und Wasserstoffbrennen ist Die Schattenseite meines Lebens als Lichtgestalt die dritte Arbeit der Jurypreis-Gewinner 2013 in der Drachengasse.

In dieser Welt musst du dein eigener Unterdrücker sein, sonst platzt dir der Kopf. Wir sind alle so ekelerregend frei und tabulos.

Gabriel hat drei Tage und siebzehn Stunden nicht mehr geschlafen, denn Müdigkeit ist doch nur eine Erfindung der Schlafindustrie. Statt Schlaf breiten sich nun Visionen in ihm aus. Wie die von einem schlaffreien Gefängnis. Dort, so träumt Gabriel, findet man die Erlösung. Niemand ist mehr selbst schuld, die Schuld wird von anderen verwaltet.

Mit Ahmad aus dem Sultanat Brunei trifft er den richtigen Mann für seine Vision. In dessen kleiner dunklen Wohnung will er das Gefängnis bauen. Und ihn dazu bringen, die Hosen runterzulassen. Auch wenn die Scharia, die als Gesetz herrschen soll, ihn mancherorts dafür steinigen lassen würde.

Als erster Gefängnisgast kommt Jusuf aus der Türkei, der gerade nicht schlafen kann. Sofort ereilt ihn die magische Verdammnis: er kann nun gar nicht mehr schlafen, weil er weiß, er muss nicht. Kein Problem, erklärt ihm Gabriel. Schließlich verdoppelt das seine Lebenszeit. Und was er damit anfängt, muss ihn nicht mehr kümmern. Es ist ja nicht mehr seine Zeit. Endlich ist niemand mehr der Zumutung der Freiheit ausgesetzt.

Nach den großen Erfolgen mit X Jahre Kriegsfreiheit und Wasserstoffbrennen ist Die Schattenseite meines Lebens als Lichtgestalt die dritte Arbeit der Jurypreis-Gewinner 2013 in der Drachengasse.

Regie: Michael Schlecht
Bühne, Kostüm: Johannes Weckl
Regieassistenz: Moritz Maliers
Bühnenbildassistenz: Henrike Heiland
Foto: Andreas Friess

Es spielen: Roman Blumenschein, Wenzel Brücher und Okan Cömert

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