Theater

Die Rabtaldirndln - Abreissen


Eine Haltungsschau der Rabtaldirndln. Regie: Ed. Hauswirth. Eine Koproduktion mit der ARGEkultur.

Die Bundespräsidentenwahl hat es sichtbar gemacht: Es gibt eine deutlichere Kluft zwischen einem Leben auf dem Land und dem Leben in der Stadt als zwischen Reich und Arm. Die Annahme der TrendforscherInnen in den Nullerjahren, die fortschreitende Individualisierung und Mobilität der Menschen würde die Unterschiede hinsichtlich Herkunft und Lebensort nivellieren, hat sich nicht bewahrheitet. Vielmehr folgen die Menschen nicht zwingend nur der Logik der Möglichkeiten, sondern sind mehr von Gefühlen einer Zugehörigkeit bestimmt. Das Stammhirn und das Stammeshirn sind letztendlich Sieger geblieben. Nicht: ich denke, also bin ich, sondern: ich fühle, also bin ich. Und das kann bis ins Postfaktische gehen – in Stadt und Land.

Aus der realen Erfahrung mit Leuten, die sich nahestehen, weltanschaulich und haltungsmäßig aber nicht mehr zusammenzukommen, entwickeln die Dirndln diesen Abend. Die große Frage ist, warum unausgesprochene Vereinbarungen nicht mehr halten. Bis jetzt waren sich Stadt und Land auch nicht immer grün, im Gegenteil. Mit deftigem Humor wurde dann gegebenenfalls die Spannung gelöst. Das scheint nicht mehr so leicht zu sein. Es ist etwas verloren gegangen.


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