Theater

Die Physiker


Diese, die schlimmstmögliche Wendung nehmende Komödie wurde 1962 am Zürcher Schauspielhaus uraufgeführt und zählt bis heute zu den meistgespielten Stücken auf deutschsprachigen Bühnen. Zu Recht, denn angesichts der atomaren Aufrüstung z.B. im Iran und in Nordkorea, den russischen Machtdemonstrationen in der Ukraine aber auch genauso angesichts der Abhör- und Spionageskandale rund um NSA und Co. zeigt sich, dass Dürrenmatts Physiker nichts an Aktualität eingebüßt haben.

Um die Menschheit vor einer Katastrophe zu bewahren, begibt sich
Möbius, einer der führenden Wissenschaftler, ins Irrenhaus. Hier hofft er
am ehesten verbergen zu können, was er entdeckt hat: eine ungeheure Energien ermöglichende Technik, die keinesfalls in die falschen Hände geraten darf. Sein Ziel: den Fortschritt in die Katastrophe aufzuhalten. Seine Methode: einen Irren zu spielen, der vom Geist Salomons besessen ist.

Das gleiche tun zwei andere, ebenfalls nur scheinbar Geisteskranke. Sie halten sich für Einstein und Newton, doch sind sie in Wirklichkeit hinter Möbius’ Geheimnis her. Als sie zu Mördern werden, dringt die Wahrheit ans Licht. Doch längst hat sich die einzig wirklich Wahnsinnige, die Irrenärztin Dr. von Zahnd, in den Besitz der Geheimnisse gebracht und die Katastrophenmaschine in Gang gesetzt. Der Irrsinn, der durch Verstellung verhindert werden sollte, ist längst Realität und alles, was den Simulanten bleibt, ist, nun eingesperrt im Irrenhaus und ohne Aussicht auf Entkommen, tatsächlich irre zu werden.

„Mit dieser grotesken Geschichte hat Dürrenmatt eine Bühnenformel für eine reale Situation gefunden, die jederzeit eintreten könnte. Er scheut vor der Konsequenz nicht zurück, dass das, was einmal ausgedacht worden ist, das Mittel zur Massenvernichtung, nie mehr zurückgenommen werden kann. Das ist der tödliche Ernst, in der wilde Komik und blankes Grauen so dicht nebeneinander liegen, dass sich der Zuschauer mit seinem eigenen Gelächter verwundet. ‚Ich wollte keine Tragödie, sondern das Satyrspiel vor der Tragödie schreiben‘.“ (Georg Hensel)


Vergangene Termine