Theater

Die Neger


Der Intendant der 2013 zum Theater des Jahres gekürten Münchner Kammerspiele inszeniert Die Neger mit Schauspielern der Münchner Kammerspiele und des Deutschen Schauspielhauses Hamburg. Die Premiere findet bei den Wiener Festwochen statt.

≫Eines Abends bat mich ein Schauspieler, ein Stück zu schreiben, in dem nur Schwarze auftreten sollten. Aber was ist denn eigentlich ein Schwarzer? Und vor allem: was für eine Farbe hat er?≪ In der 1958 uraufgeführten ≫Clownerie≪ reflektiert der französische Autor Jean Genet über die Hautfarbe als Stigma des Außenseiters. Als ≫Neger≪ gilt ihm jeder Unterdrückte und Diskriminierte.

In Johan Simons’ Neuinszenierung des selten gespielten Stücks illustrieren einige Schauspieler mit beißendem Spott das rassistische Klischee vom ≫Neger≪, der eine weiße Frau sexuell missbraucht und sie dann tötet. Andere Spieler repräsentieren die Kolonialisten, die das Treiben der ≫Neger≪ kommentieren und dem Mord eine groteske Strafexpedition folgen lassen.
≫Die Farbe der Leute auf der Bühne oder im Zuschauerraum ist keine Spiegelung der Gesellschaft. Statt darüber zu jammern, möchte ich dieses Problem thematisieren. Die Verwandlung der weißen Schauspieler wird nicht in der Maske, sondern auf der Bühne stattfinden, sie soll etwas Gewalttätiges, etwas Schmerzhaftes haben. Die äußere Farbe soll eine innere Revolte spiegeln≪, erklärt Johan Simons.

Regie Johan Simons
Bühne Eva Veronica Born
Kostüme Greta Goiris
Licht Wolfgang Göbbel
Dramaturgie Koen Tachelet, Rita Thiele
Mit Felix Burleson, Karoline Bär, Benny Claessens, Stefan Hunstein, Hans Kremer, Anja Laïs, Christoph Luser, Oliver Mallison, Anne Müller, Wolfgang Pregler, Maria Schrader, Bettina Stucky, Edmund Telgenkämper, Kristof Van Boven


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