Theater

Die Marquise von O.


Kleist gestaltete seine Novelle gleichen Namens angeblich nach einer wahren Begebenheit, deren Schauplatz er – aus Rücksicht auf die Betroffenen – „vom Norden nach dem Süden“ verlegte. Für seine dramatische Bearbeitung des berühmten Stoffs verlegt Bruckner die Begebenheit vom Süden – in Italien – wieder nach dem Norden: nach Preußen in der Zeit der napoleonischen Kriege.

Eine junge Frau aus ausgezeichneter Familie, die Marquise von O., kommt in andere Umstände, ohne sich erklären zu können wie. Die Eltern und ihr Verlobter reagieren verstört. Die Marquise, die sich selber immer mehr zum Rätsel wird, gibt in ihrer Verzweiflung schließlich jene Zeitungsannonce auf, in der sie den ihr unbekannten Kindsvater auffordert, sich bei ihr zu melden. Bei Kleist ist dies die Wende zur Zusammenführung der Familie. Bei Bruckner gibt es die Versöhnung nicht, gerade die Zerstörung der Familie aber öffnet der Marquise neue Horizonte.

Für den Autor war die Wiener Premiere 1933 die letzte vor der Flucht nach Frankreich. Der Regisseur Yannis Houvardas ist seit 2007 Direktor des Griechischen Nationaltheaters in Athen und inszeniert erstmals am Burgtheater.

Regie: Yannis Houvardas
Bühnenbild: Johannes Schütz
Kostüme: Anette Guther
Licht: Peter Bandl
Dramaturgie: Andreas Erdmann

Marquise von O. Dorothee Hartinger
Vater Peter Simonischek
Mutter Andrea Clausen
Hauptmann Oliver Masucci
mit
Dietmar König


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