Pop / Rock

Die Liga der Gewöhnlichen Gentlemen


Bei der Quasi-Nachfolgeband der allseits hochgeschätzten Superpunk hört man alles, was man über ein geglücktes Leben in der Katastrophe wissen muss. Die Hamburg-Berlin-Connection von Carsten Friedrichs, einst Sänger und Songschreiber bei Superpunk, Bassist Tim Jürgens, Tapete-Records-Chef Gunther Buskies, Philip Morten Andernach (Saxofon, Gitarre) und Heiko Franz (Drums) hat auf dem dritten Album den Sound abermals verschärft: "Rüttel mal am Käfig, die Affen sollen was machen!" ist ihr bislang größtes und glücklichstes Album.

Die Liga schwelgt zwischen Mörder-Grooves ("Das härteste Mädchen der Stadt") und Barock-Pop ("Mrs. Svendsens Heim für Esel") und fordert eine Rehabilitierung für James Deans Beifahrer ("Die ganze Welt ist gegen mich"). Da ist eine Faszination für elegante Regelübertretung ("Der beste Zechpreller der Welt") und ein gerechter Ekel vor einem Fetisch namens Arbeitsmoral ("Arbeit ist ein Sechsbuchstabenwort"). Das ist der Rhythmus, wo man mit sollte, wenn man aus dem Wochenende was machen will. Kunstvoll im Kristallisationspunkt von Northern Soul, Pop und einer entspannten Kneipenschlägerei gehalten, gibt es auch zarte Momente ("Wärst Du nicht hier") und realistische Romanzen ("Ich bin gut genug für Dich").

Kurz: Die Liga hat alles. Und gibt alles, wie man bei ihren stampfenden, ausgelassenen Shows erleben darf. Spätestens live ist der Zeitpunkt gekommen, wo man die Unausweichlichkeit dieser beherzt-gewitzten Top Old Boys akzeptieren muss.


Vergangene Termine