Literatur

Die letzten Tage der Menschheit Eine Graphic Novel nach Karl Kraus


Begrüßung und Einleitung
Marcel Atze, Leiter der Handschriftensammlung Wienbibliothek
Reinhard Pietsch und David Boller präsentieren die Graphic Novel

Das Konzept für dieses Projekt erstellte Reinhard Pietsch, der auch die Redaktion besorgte. Für die Illustrationen war der Schweizer Comic-Künstler David Boller zuständig. Im Herbst 2012 begann das Team mit der Arbeit, unterstützt von dem Historiker Jörg Zedler. Ab Frühjahr 2013 konnte man die Entstehung des Werks wöchentlich online verfolgen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Pietsch und Boller ist es gelungen, der scharfsinnigen Satire von Kraus ein neues Forum zu schaffen. Daraus entstand ein Konzentrat des Mammutwerks auf hohem künstlerischen und literarischen Niveau, eine eingängige und fesselnde Darstellung der unverändert aktuellen Beobachtungen Kraus’, die auch für heutige Kriege ihre Gültigkeit haben.
Im Anschluss laden das MUSAund die Wienbibliothek zu Wein & Brot

»... der Krieg verwandelt das Leben in eine Kinderstube, in der immer der andere angefangen hat, immer der eine sich der Verbrechen rühmt, die er dem andern vorwirft ...« (Karl Kraus, Die letzten T age der Menschheit, I,29) Karl Kraus‘ monumentale Tragödie über den Ersten Weltkrieg lenkt den Blick auf das Absurde, Operettenhafte, die Täuschungen und Selbsttäuschungen, die unaufgelösten Widersprüche des damaligen Alltags. Er dokumentiert, wie unter der Totschlagformel »Jetzt ist Krieg« Unrecht zu Recht, die Ausnahme zur Regel, das Verbrechen zur Heldentat und das Gerücht zum Todesurteil pervertiert. Mit großer Leidenschaft zielt seine Kritik auf die fatale Rolle der damaligen Medien, vor allem der Presse. Zeitungen befeuerten die Kriegsbegeisterung, der Krieg wurde für sie zu einer Feuilletonattraktion. Nicht zuletzt dadurch erweist sich diese Jahrhunderttragödie als erschreckend aktuell ...


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