Literatur · Film

Die Kumpel vom Tío: Filmvorführung und Lesung


In memoriam Werner Hörtner

Über einen Zeitraum von 17 Jahren begleitet der Fotograf und Filmemacher Jean-Claude Wicky regelmäßig bolivianische Bergarbeiter mit seiner Kamera. Gemeinsam mit dem Autor René Poppe, der selbst als Bergmann in den Zinngruben Boliviens gearbeitet hat, hat er 2014 den Foto- und Erzählband „Die Kumpel vom Tío“ veröffentlicht.

Dieser umfasst spannende, manchmal etwas unheimliche Geschichten von „Unter Tage“, in denen Berggeister und vor allem der mächtige Besitzer aller Bergschätze, der „Tío“, das Schicksal der Kumpel, in der Hand hat. Das Buch wurde von Helga Castellanos ins Deutsche übertragen, die auch die Lesung durchführen wird.

Auch filmisch hat Jean-Claude Wicky die Lebensrealität der bolivianischen Kumpel dokumentiert. In „Alle Tage ist Nacht“ sprechen sie über ihre Erlebnisse innerhalb und außerhalb des Bergwerks.

Der Film, ein Zeugnis aufrichtiger menschlicher Begegnungen, wird im Anschluss an die Lesung gezeigt.

Helga Castellanos, geboren in Deutschland, studierte u.a. Spanisch, spanische und lateinamerikanische Literatur. Für das Goethe-Institut war sie fünfundzwanzig Jahre im Inland und Ausland in der Sprach und Kulturarbeit tätig (u.a. Leiterin des Goethe-Instituts La Paz). Übersetzung und Veröffentlichung lateinamerikanischer Literatur: Ernesto Sábato „Der Tunnel“ (Verlag Klaus Wagenbach, 2010); „Die Räume“, „Der Señor Balboa“, „Santiago de Machaca“ „Die Nacht“ (alle Unrast Verlag, 20012003) u.a.m. Eigene literarische Arbeiten: „Vom einfachen Leben – Eine Idylle“, „Vom freien Leben“, „Träumerei in der Großstadt“ (alle Mariposa Verlag, 20072008) u.a. Sie lebt und schreibt jetzt im Berchtesgadener Land.

René Poppe wurde 1943 in La Paz, Bolivien, geboren. Er gilt als der wichtigste Vertreter der zeitgenössischen Bergarbeiterliteratur von Bolivien, der „Literatura Minera“. Poppe hat selbst als Bergmann in den berüchtigten bolivianischen Zinngruben gearbeitet und kennt deshalb die Zustände in den Bergwerken und den Bergmann gut, seine Art zu denken und zu sprechen, seine Gewohnheiten, seinen Glauben, seine Ängste und Hoffnungen und nicht zuletzt natürlich die Arbeitsbedingungen unter Tage. René Poppe arbeitet seit Jahren als Bibliothekar an einer der Universitäten von La Paz. Von Poppe liegen zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema der Literatura Minera vor.

Der Schweizer Jean-Claude Wicky reiste 1969 bis 1975 rund um die Welt und begann während eines Aufenthalts in Japan als Fotograf zu arbeiten. Er lebt in Moutier, Schweiz, wo er sein Studio hat, fotografiert aber meist in Südamerika und Südostasien. In den 1980er Jahren wurde er zweimal von der Swiss Confederation ausgezeichnet, mit einer Förderung vom Kanton Bern und mit dem Kulturpreis der Stadt Moutier. Die Arbeiten von Jean-Claude Wicky sind in zahlreichen Magazinen und Zeitungen veröffentlicht worden, einschließlich im Magazin Geo und im Magazine Smithsonian. Seine Fotografien befinden sich in öffentlichem und privatem Besitz überall auf der Welt. 1984 begann Wicky mit seinem Fotoprojekt über die bolivianischen Bergarbeiter. Dafür reiste er 17 Jahre lang regelmäßig nach Bolivien und erkundete an die 30 Bergwerke im ganzen Land.


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