Theater

Die Hockenden



There’s no place like home: Sie hocken da, in ihrer Mulde, da kommen und wollen sie nicht raus. Und warten auf eine Hoffnung - sind wild entschlossen zu warten, bis sie kommt. Nur ein Alteingesessener weiß, dass sich nichts ändern wird.

Und die Anderen. Die halten sich scheinbar gerne aus allem raus, aber sie wissen es trotzdem besser, kommentieren alles und bestätigen sich ständig in ihrer eigenen Meinung. Dann schert Einer aus und der wird ganz genau beobachtet, jeder Schritt, jede Bewegung. Der ist so einer, der in die Leute hineinsehen konnte und gleich wusste, dass da nichts ist. Einer, der ihnen von dem was kommt berichten soll. Und ihnen das Ende prophezeit. Das Ende? Dann verschwindet er in einer Kneipe und schweigt und trinkt. Doch die Kneipen hier sind gefährlich, die brennen nieder…

Eine erstarrte Welt ohne Hoffnung, sinnlos und leer, bevölkert von hinfälligen Kreaturen, ein Klima von lethargischer Monotonie, beklemmender Enge, latenter Gewalt, gewandelt in ein dunkel-vielstimmiges, von hinterfotzigem Witz getriebenes, rhythmisches Klanggebilde: Das ist das mit dem Retzhofer Dramapreis 2015 ausgezeichnete Stück die hockenden. Miroslava Svolikova, geboren 1986 in der damaligen CSSR, aufgewachsen in Wien, war letztes Jahr eine der beiden Preisträgerinnen des renommiertesten Nachwuchspreises für szenisches Schreiben des Landes, mit dem bislang u.a. Ewald Palmetshofer oder Ferdinand Schmalz ausgezeichnet wurden. „Zwei Chöre und zwei Einzelstimmen sprechen in einer präzisen Partitur", heißt es in der Begründung der Jury, und weiter: „Die Sprache ist von großer Entschiedenheit, von einer Wucht, die sich in der grafischen Anordnung, in quadratischen, gepressten Textblöcken niederschlägt; sie ist zugleich von großem, sehr gekonntem Humor.“

Die junge katalanische Regisseurin Alia Luque, deren Düsseldorfer Inszenierung von Anne Leppers La Chemise Lacoste jüngst beim Festival Radikal jung in München eingeladen war, stellt sich mit dieser Uraufführung zum ersten Mal in Österreich vor.

mit
Tino Hillebrand
Marcus Kiepe
Laurence Rupp
Branko Samarovski

Regie: Alia Luque

Bühne: Christoph Rufer

Kostüme: Ellen Hofmann

Licht: Ivan Manojlovic

Dramaturgie: Hans Mrak


Künstler

  • Do., 15.12.2016

    20:30 - 21:45

    • Vestibül
  • Mi., 21.12.2016

    20:30 - 21:45

    • Vestibül