Oper

Die Hochzeit des Figaro


In Paris hatte der Dichter Pierre de Beaumarchais 1778 mit „Der tolle Tag“ ein Lustspiel verfasst, das starke revolutionäre Tendenzen aufwies, sodass Ludwig XVI. die Aufführung verbot. Es konnte erst nach mehrjähriger Zensur 1784 in Paris uraufgeführt werden; zuvor war es lediglich in Privatveranstaltungen zu sehen.

Joseph II., in Österreich weniger revolutionsgefährdet, konnte nicht gut ein Stück zulassen, das sein Schwager als gesellschaftskritisch und gefährlich bezeichnet hatte. Librettist Lorenzo da Ponte hatte den Mut dem Herrscher vorzuschlagen, es von jeder politischen Anspielung zu säubern. Unter dieser Bedingung stimmte Joseph II. zu und Mozart erhielt den Auftrag zur Vertonung von Da Pontes Spielvorlage.

Sie beginnt am Morgen des Hochzeitstages von Figaro, dem Kammerdiener des Grafen Almaviva, der die Zofe Susanna heiraten möchte und endet am Abend desselben Tages.

„Recht der ersten Nacht“
Den Kern der Geschichte bildet die literarische Verarbeitung von „Ius primae noctis“, dem „Recht der ersten Nacht“. Figaro ahnt nicht, dass auch der Graf die schöne Susanna begehrt und er sich diese mit dem Recht, das seine Gemahlin längst abgeschafft hat, zu Willen machen möchte.

Von nun an bestimmen allerlei Liebeswirren das Stück. Der Graf setzt alles daran, Susanna zu erobern. Seinen Intrigen kommen die Ziele zweier weiterer Akteure, des Arztes Dr. Bartolo und seiner Wirtschafterin Marceline, entgegen, die allerdings ihre ganz eigenen Absichten verfolgen: Die ältliche Marceline drängt Figaro, ein noch nicht verjährtes Heiratsversprechen ihr gegenüber einzulösen. Dr. Bartolo will sich an Figaro für dessen Rolle bei der Entführung der jetzigen Gräfin, seines damaligen Mündels „Rosine“, rächen. Der etwas naive Page Cherubino schließlich, eine weitere Hauptperson, flirtet mit allen weiblichen Wesen in seiner Nähe, selbst mit der Gräfin, seiner Patin.

Zahlreiche Intrigen Figaros und kluge Listen seitens der Frauen führen schließlich nach vielen Verwicklungen zum Ziel. Am Ende ist der Graf der Blamierte und bittet seine Gemahlin um Vergebung.

Heute fragen wir uns erstaunt, wie dies möglich gewesen ist: Am 29. April 1786 vollendete Mozart die Partitur und am 1. Mai fand bereits die Uraufführung statt.

Kammeroper Prag
von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Lorenza da Ponte

Einführung zum Opernabend
18.30 Uhr, Galerie Draublick


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