Theater

Die Hauptstadt


Robert Menasses Bestseller "Die Hauptstadt" als fesselnde Inszenierung im Schauspielhaus Salzburg.

Es ist ein regnerischer Tag in Brüssel. David de Vriend sieht gerade aus dem Fenster und wartet darauf, dass er ins Altenheim gebracht wird. Fenia Xenopoulou steht vor einem Restaurant und raucht eine Zigarette, Martin Susman ist am Weg zur Arbeit, Kommissar Brunfaut soll einen Mordfall aufklären und Prof. Erhart versucht vergeblich, wieder in sein Hotelzimmer zu kommen. In diesem Augenblick rennt ein Schwein über den Platz, sie alle sehen das Schwein, das in den nächsten Tagen Brüssel in Aufregung versetzen soll, aber sie alle haben andere Sorgen.

Während halb Brüssel online an einer Abstimmung teilnimmt, um dem Schwein einen Namen zu geben, ist Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Europäischen Kommission, damit beschäftigt, ihre Karriere voranzutreiben: Das Image der Europäischen Kommission muss aufpoliert werden, ihr fünfzigstes Gründungsjubiläum liefert den Anlass. Das Lob soll natürlich das ihre sein, die Arbeit aber dann doch ein anderer machen. Martin Susman muss also schnellstmöglich eine Idee vorlegen und diese Idee führt ihn zu David de Vriend, der als Kind von einem Deportationszug gesprungen und einer der letzten Auschwitzüberlebenden ist. Auf Auschwitz basiert auch die Idee von Prof. Erhart, wie man die Krise der Union überwinden könne. Kommissar Brunfaut muss währenddessen seinen Mordfall aus politischen Gründen ad acta legen und das Schwein soll letzten Endes doch nicht Mohamed heißen ...

Menasse führt die vielen unterschiedlichen Handlungsstränge in Brüssel zusammen, verbindet sein Gesellschaftsporträt mit den Spannungsmomenten eines Krimis und gibt Einblick in die undurchsichtigen und teils irrationalen Strukturen und Abläufe der Europäischen Kommission.


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