Kunstausstellung

Die Gabe


Die Gabe ist eine zentrale Denkfigur nicht nur biblischer Erzählungen, sondern findet sich als Motiv in allen großen Weltreligionen. Die Ausstellung stellt sich dieser Tradition, allerdings ohne in der Rückschau zu verharren.

kuratiert von Jörg van den Berg und Wolfgang Fetz
mit Judith Albert, Ulf Aminde, Frank Bölter, Beate Engl / Leonie Felle, Sven Johne, Thomas Locher, Gabriela Oberkofler, Barbara K. Prokop, Antje Schiffers und Andrea Wolfensberger

Die Gabe ist eine zentrale Denkfigur nicht nur biblischer Erzählungen, sondern findet sich als Motiv in allen großen Weltreligionen. Die Ausstellung stellt sich dieser Tradition, allerdings ohne in der Rückschau zu verharren. Vielmehr wird es um die Frage gehen, welche Relevanz das Geben heute haben könnte. Der sich um die Gabe auftuende gedankliche Raum öffnet sich in eine Vielzahl gesellschaftlicher Felder: Politik, Ökonomie, Soziologie, Theologie. Die Gabe kann hier ebenso liebend sein wie subversiv. So oder so besitzt sie die Kraft, Strukturen, Dinge und Menschen in Bewegung zu bringen.
Die Gabe ist eine Provokation für unser immer stärker auf reines Effizienz-Denken ausgerichtetes, kapitalistisches System; zugleich ist sie impliziter, ja sogar treibender Bestandteil dieses Systems. Trotz zunehmender Dominanz von Gier und Egoismen scheint es, dass für viele das Geben einfacher ist als das Nehmen. Aber so einfach ist es nicht, jedenfalls nicht für Jacques Derrida, der die Gabe paradoxal definiert: »Wenn ich gebe, was ich geben kann, wenn ich gebe, was ich habe und deshalb geben kann, dann gebe ich nicht.«


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