Vortrag

Die Frau im Kapitalismus Anerkennung von Frauenproblemen


Ziemlich alle Welt ist sich heute einig: Um Frauen muss sich besonders gekümmert werden; dieser Teil der Menschheit benötigt eine besondere Betreuung. Die wird ihr auch zuteil: Noch jede gesellschaftliche und politische Organisation lobt sich dafür – es gibt Frauenbeauftragte, Gleichstellungsbeauftragte, Quotenregelungen, ...
Dabei merkt jede_r, dass diese Anerkennung in gewissem Kontrast dazu steht, wie es den meisten Frauen nach wie vor geht. Nach wie vor sind Frauen in höheren Berufen „unterpräsentiert“. Wenn ein Arbeitgeber Frauen schlechter bezahlt, darf er nicht das Geschlecht als Grund nennen. Das wäre Diskriminierung und ist verboten; die schlechtere Bezahlung an „Frauenarbeitsplätzen“ und in „Frauenberufen“ gibt es weiter. Es gibt staatlich geförderte Frauenhäuser; Eheterror und Prügelszenen sind ebenso wenig beseitigt wie die Doppelbelastung durch Kindererziehung und Beruf. Härtere Strafen für Vergewaltigung führen nicht dazu, dass die Vergewaltiger aussterben. Usf.
Noch so viel gut gemeinte Aufklärung, noch soviel Anstrengungen, den Frauen die ihnen zustehende Wertschätzung zu verschaffen, scheint da wenig zu bewirken. Warum?
Die Forderung nach Gleichberechtigung geht an den Gründen für die Schlechterstellung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt ebenso vorbei wie an den Gründen für die unschönen Formen, die das Leben zu zweit nicht selten annimmt. Auch die Auffassung, die „Diskriminierung der Frau“ läge am Weiterbestehen eigentlich längst überholter „Verhaltensmuster“ bei Personalchefs und/ oder Männern überhaupt, geht an der Sache vorbei. Solche sog. „Vorurteile“ sind vielmehr die zur kapitalistischen Erwerbsgesellschaft genau passende Geisteshaltung, mit der Mann wie Frau den Leistungsansprüchen von Kapital und Staat unterworfen werden.


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