Operette

Die Fledermaus


Ein Glücksfall war es, der 1874 zu dieser Konstellation aus Komponist, Librettist, Ort und Zeit führte und – nach dem Vorbild der Pariser Operetten von Offenbach und Co – dieses Prunkstück der Wiener Operette entstehen ließ. Als lustvolle Satire auf eine so ­lebenslustige wie abgrün­dige ­Gesellschaft unterläuft Strauß’ Meisterwerk auch musikalisch jede bürgerlich kodierte Ge­fühlsäu­ßerung und versprüht dabei betörenden, weil ironisch-sub­ver­siven, zeitlos mitreißen­den Charme.

„Brüderlein, Brüderlein und Schwesterlein, Stimmet alle mit uns ein.“

Was auf dem Höhepunkt eines wilden Balls im Hause des Prinzen Orlofsky mit diesen Worten ge­feiert wird – der Verbrüderungsrausch einer taumelnden Gruppe Vergnügungssüchtiger – markiert nur das retardierende Moment, den kurzen Schlenker auf einem Weg, der gleich zu Beginn der Operette drohend vorgezeichnet ist.

Ins Gefängnis soll es gehen, und zwar für Gabriel von Eisenstein, der sich an einem Amts­diener in Wort und Tat vergriffen hat. Rosalinde, seine Frau, trifft dies nicht ganz so schwer, wie man annehmen möchte, dafür sorgt ihr verflossener Geliebter Alfred, der just wieder einmal vorbeigeschaut und ihr ein Rendezvous abgerungen hat. Und auch Eisenstein weiß sich zu trösten: Sein bester Freund Falke holt ihn zu einem Abendvergnügen ab, das ihm die Aussicht auf den ­Arrest etwas leichter machen soll – Prinz Orlofsky hat zu einem Fest geladen.

Dort offenbart sich, was die Gesellschaft zusammenhält: Verstellung und Rollenspiel, vermeintlich vornehme Herrschaften, wo man nur hinsieht. Den Höhepunkt des Balls markiert das Erscheinen einer schönen Unbekannten, der Eisenstein als Ausdruck seiner Zuneigung ein wertvolles Taschenührchen vermacht.

Auf den unbändigen Cham­pag­ner­­rausch folgt die Ernüchterung des nächsten Morgens: Im Gefängnis stellt sich heraus, dass es bereits ­einen Insassen unter dem Namen Eisenstein gibt, gewandet in ­dessen Schlafrock (es ist Alfred, der bei Rosalinde aufgegriffen und mit dem Hausherrn verwechselt wurde!); darüber hinaus erscheint die schöne Unbekannte vom Ball und entpuppt sich – ausgerechnet! – als Eisensteins Ehefrau Rosalinde. Und auch der größte Spieler des letzten Abends legt seine Karten auf den Tisch … Am Ende steht es zwischen Eisenstein und Rosalinde nun Schlafrock versus Taschen­ührchen: Wird sich das Paar bei dieser ­Indizienlage wieder zusammen­raufen?

Komische Operette in drei Akten
Libretto von Karl Haffner und Richard Genée nach der Komödie Le Réveillon von Henri Meilhac und Ludovic Halévy

Leitung:

Musikalische Leitung
Marc Reibel
Ingo Ingensand
Daniel Spaw

Inszenierung
Adriana Altaras

Bühne
Christoph Schubiger

Kostüme
Yashi Tabassomi

Choreographische Mitarbeit
Agata Moll / Gabriel Wanka

Chorleitung
Georg Leopold

Dramaturgie
Julia Zirkler

Besetzung:

Gabriel von Eisenstein
Jacques le Roux / Matthäus Schmidlechner

Rosalinde, Gabriels Frau
Sonja Gornik / Brit-Tone Müllertz

Frank, Gefängnisdirektor
Franz Binder / Horst Lamnek

Prinz Orlofsky
Katerina Hebelkova / Martha Hirschmann

Alfred, Gesangslehrer
Iurie Ciobanu / Sven Hjörleifsson / Pedro Velázquez Díaz

Dr. Falke, Notar
Seho Chang / Victor Sicard

Dr. Blind, Advokat
Sven Hjörleifsson / Hans-Günther Müller

Adele, Kammermädchen
Elisabeth Breuer / Gotho Griesmeier

Ida, ihre Schwester
Martina Fender / Ilia Vierlinger

Frosch, Gerichtsdiener
Gernot Kranner / Reinhold G. Moritz

Iwan
Boris Daskalov / Csaba Grünfelder

Tänzer
Lara Bonnel-Almonem / Anna Lis / Agata Moll / Olga Swietlicka / Ewa Wilisowska / Luis Gonzaga Hoyos / Gabriel Wanka

Chor des Landestheaters Linz
Bruckner Orchester Linz


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