Theater

Die Dreigroschenoper


Bertolt Brecht (Text) und Kurt Weill (Musik)

200 Jahre nach der Londoner Uraufführung von John Gays "Beggar’s Opera" bearbeitete Bertolt Brecht 1928 eine Neuübersetzung für die Eröffnung des Theaters am Schiffbauerdamm in Berlin und gab dem Stück auf Anregung von Lion Feuchtwanger den Titel Die Dreigroschenoper. Kurt Weill’s Musik enthält Elemente aus Jazz- und Unterhaltungsmusik, aus Kirchen-und Opernmelodien - das Publikum der Uraufführung reagiert anfangs eisig, dann enthusiastisch: Der Abend wird zu einem Triumph, zum größten Theatererfolg der Zwanziger Jahre und erst 1933 vom Spielplan genommen - auf Druck des NS-Propagandaministeriums von Joseph Goebbels.

Gauner, Huren, Betrüger treten auf …. Die Dreigroschenoper ist ein Stück über die Unsicherheit menschlicher Verhältnisse.
Der Londoner "Bettlerkönig" Jonathan Peachum erhält überraschend einen ungeliebten Schwiegersohn: den Gangster Macheath, genannte Mackie Messer, der Peachums Tochter Polly entführt und heimlich geheiratet hat.
Wie Jonathan Peachum, der ein Heer von Bettlern als Krüppel ausstaffiert, um Mitleid zu erregen und die Einnahmen zu steigern, zieht auch der Gaunerkönig Macheath Reichtum den hohen Tugenden vor.

Brecht kritisiert in seinem Stück mit Spott die bürgerlich-kapitalistische Welt der Weimarer Republik. Nach seinem Konzept des "epischen Theaters" soll das Geschehen auf der Bühne die Zuschauer nicht in eine illusionäre Welt hineinziehen, sondern sie vielmehr kritisch über die gesellschaftlichen Zustände nachdenken lassen.


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