Theater

Die Deutschstunde


Schauspiel nach dem Roman von Siegfried Lenz.

Wenn man Deutschland verstehen will, muss man Siegfried Lenz lesen. Der Träger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels beschäftigt sich in der Deutschstunde mit der für das Land durchaus typischen Thematik, dass Pflichterfüllung als Erziehungsideal lange vor Menschlichkeit ging, ganz besonders während der NS- Herrschaft.
Noch nie war die Deutschstunde auf einer Bühne zu sehen. Die neue Bühnenfassung – die erste von Autor und Verlag autorisierte – ist also eine kleine Sensation. In ausgewählten Szenen konzentriert sich das Geschehen auf das Kernthema, den Aufsatz über "Die Freuden der Pflicht", den der 20-jährige Siggi Jepsen 1954 in einer Besserungsanstalt schreiben soll. Zunächst bleibt das Blatt leer, doch dann kann Siggi kein Ende finden – Heft um Heft füllt sich. Zu sehr beschäftigt ihn, was er als Kind und Jugendlicher während des Krieges erleben musste.

Lenz wurde nicht nur zum genialen Denker über die deutsche Nazi-Diktatur, sondern auch zum menschlichen Botschafter zwischen dunkler Vergangenheit und demokratischer Gegenwart – vor allem mit der Deutschstunde, in der er das Unvorstellbare vorstellbar machte, getreu seinem Motto: "Ich schreibe, um die Welt zu verstehen".


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