Theater

Die collagierte Zeit


Vier Schauspieler*innen tauchen ein in die unterschiedlichen faszinierenden Welten aus Utopien, Leidenschaften und Identitäten. In Bregenz, am geografischen Schnittpunkt der vier deutschsprachigen Länder, feiern sie ein Bühnenfest für die Literatur.

Der Mann ist alt geworden. Die Lieben und Schmerzen von gestern drängen in sein Bewusstsein. Er erinnert sich und fantasiert, fragt sich, welche Möglichkeiten es gegeben hätte. In der Auseinandersetzung mit und in den Worten von Ingeborg Bachmann, Paul Celan und Max Frisch beginnt er ein Spiel mit Zeiten und Lebensentwürfen. Der Alte sucht nach der Wahrheit zwischen den Versen, dem Dunklen hinter den Bildern und dem Schönen jenseits der Fakten. Dabei stößt er auf immer noch schwärende Wunden.

Ingeborg Bachmann, Paul Celan und Max Frisch sind drei Gigant*innen der deutschsprachigen Literatur. Nach Weltkrieg und Shoa erforschten sie ihre Möglichkeiten einer Poesie in den Worten der Mutter- und Mördersprache. Ihre radikal unterschiedlichen Herkünfte – als „neutraler“ Eidgenosse, Überlebender eines Arbeitslagers und Nachfahrin eines NSDAP-Mitgliedes – sind eingeschrieben in ihre Werke und überschatten ihre realen (Liebes-)Beziehungen zueinander. Ihre Briefe sind Dokumente des wirklichkeitswunden Ringens um Ausdruck und Verständigung.

Vier Schauspieler*innen tauchen ein in die unterschiedlichen faszinierenden Welten aus Utopien, Leidenschaften und Identitäten. In Bregenz, am geografischen Schnittpunkt der vier deutschsprachigen Länder, feiern sie ein Bühnenfest für die Literatur. In einer Zeit, in der die letzten Augenzeugen der Katastrophe verstummen und Krakeeler erinnerungspolitische Wenden einfordern, befragen sie sich und uns nach den Möglichkeitsräumen unserer Sprache und den Perspektiven einer dem Menschen zugewandten Welt.

Mit Manfred Böll Schauspiel / Johanna Köster Schauspiel / Tobias Krüger Schauspiel / Nico Raschner Schauspiel
Inszenierung und Fassung: Simon Meienreis / Bühne und Kostüm: Mirella Oestreicher / Dramaturgie: Ralph Blase / Regieassistenz: Constanze Wagner / Ausstattungsassistenz: Leslie Bourgeois / Inspizienz: Eva Lorünser


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