Tanz · Klassik

Die C.O.V./Cie. Off Verticality & Ernst Kovacic - Geige


Programm:

Eugène Ÿsaye:
Solosonaten op. 27, 1-6

Nr.1
Lento assai
Fugato
Allegretto poco scherzoso
Finale con brio

Nr.2.
Obsession
Malinconia
Danse des ombres
Les furies

Nr.3
Ballade

Nr.4
Allemanda
Sarabande
Finale

Nr.5
L'Aurore
Danse rustique

Nr.6
Allegretto giusto non troppo vivo
Allegretto poco scherzando (Span. Tanz)
Allegretto: Tempo primo

Die Sechs Sonaten op. 27 für Solovioline des belgischen Geigers, Komponisten und Dirigenten Eugène Ysaÿe sind vor allem als Virtuosenstücke bekannt. Sie sind aber viel mehr: Ihr Ausdrucksbogen spannt sich von Morgenröte bis zum Dies irae, von Melancholie bis zu erdgebundener Lebensfreude, bald kristallin klar, choralhaft einfach, bald nebelig verschleiert in raffiniertester impressionistischer Klangpalette! Dieser Werkzyklus op. 27 Ysaÿes ist in der Tat ein umfassender Spiegel des Lebens! Und die Musik ruft nach Tanz!

Die Tänzer und Tänzerinnen der Cie. Off Verticality arbeiten für ausgewählte Projekte am IDA Dance Research LAB der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz und sind international in verschiedenen Compagnien beschäftigt.Die sechs Violinsonaten op. 27 des belgischen Geigers Eugène Ÿsaye sind vor allem als Virtuosenstücke bekannt. Sie schließen an Bachs berühmte Sonaten und Partiten an und bereichern sie durch die geigentechnischen Errungenschaften des 19. Jahrhunderts. Darüber hinaus sind sie großartige poetische Klangbilder, deren Ausdrucksbogen sich von Morgenröte bis zu „dies irae“, von Melancholie bis zu erdgebundener Lebensfreude, von zarter Eleganz bis zu eruptiven Klangkaskaden spannt. Die Choreographie von Rose Breuss greift die musikalischen Leitmotive der Sonaten mit ihren inhaltlichen Repräsentationen im Tanz auf. Sie werden in die Empfindungsgestalten der tänzerischen Physis übersetzt. Aus den im Körper eingespeicherten, individuellen Erfahrungen und den Bewegungsfacetten
des zeitgenössischen Tanzes deuten die Tänzer und Tänzerinnen die Musik. Sichtbar wird ein „Beziehungskörper“, der durch ein Gewebe aus Berührungspunkten und gemeinsamen Wahrnehmungsräumen der Tänzer und Tänzerinnen entsteht.

Wien mit seinem starken Spannungsfeld zwischen Tradition und innovativen Kräften prägte Ernst Kovacic nachhaltig. Dieser Einfluss ist in seinem Formbewusstsein, seiner musikalischen Ausdeutungsweise und seiner Klangvision spürbar. Als Geiger, Dirigent, Kammermusiker und Lehrer, aber auch als Programm- und Festivalkurator vermittelt er zwischen Alt und Neu, zwischen Interpreten und Komponisten, verbindet er traditionelle Tugenden des Musizierens sinnvoll mit Spieltechniken und Klangmöglichkeiten der Neuen Musik, und versucht, traditionellen Hörgewohnheiten Wege in „Ungehörtes“ zu öffnen. Sein Repertoire reicht vom Barock bis zur Avantgarde. Bedeutende Komponisten wie Ernst Krenek, Friedrich Cerha, F. K. Gruber, Kurt Schwertsik, Beat Furrer, Robin Holloway u.v.a. haben für Ernst Kovacic geschrieben. Er konzertierte mit dem Royal Philharmonic Orchestra, dem Londoner Philharmonic, allen BBC -Orchestern, der Amsterdamer und Rotterdamer Philharmonie, den Prager und Wiener Symphoniker, de n Wiener Philharmonikern und vielen anderen. Er trat in den Musikzentren aller Kontinente unter den Dirigenten Sir Simon Rattle, Franz Welser-Möst, Esa-Pekka Salonen, Michael Gielen und Sir Roger Norrington auf und war Gast bei den renommierten Festivals in Berlin, Wien, Edingburgh, Salzburg, Bregenz, Graz (styriarte, musikprotokoll, Malmö, Bath, Ravenna, bei Ultima, Gaida (Vilnius) und den Proms in London. Kovacic vermittelt seine musikalischen Ideale auch zunehmend als Dirigent und arbeitete mit führenden Kammerorchestern wie dem English Chamber Orchestra, Scottish Chamber Orchestra, dem Stuttgarter Kammerorchester, der Camerata Bern, der Deutschen Kammerphilharmonie und der Camerata Salzburg. Er war künstlerischer Leiter des Wiener Kammerorchesters und seit 2007 ist er Chef des Leopoldinum Kammerorchesters Breslau. Seit 2008 spielt er zusammen mit Steve Dann und Anssi Karttunen im Zebra Trio. Er kuratiert das brücken – festival in der Steiermark und das LEO Festival in Bresl au.

Rose Breuss und Johannes Randolf gründeten mit der Unterstützung des Landes Oberösterreich und der Stadt Linz 2009 in Linz die C.O.V./Cie.OFF VERTICALITY für zeitgenössische Tanzkunst. Der Kern des Schaffens sind Neukreationen und das Erarbeiten eines relevanten zeitgenössischen Tanzrepertoires. Die enge Zusammenarbeit mit dem renommierten Institute of Dance Arts der Anton Bruckner Privatuniversität prägt die Produktionen der Compagnie. C.O.V. lotet den menschlichen Bewegungsraum aus, vermittelt Körper- und Seinslagen des Menschen. Rose Breuss studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Wien, Theaterschool Amsterdam, Temple University Philadelphia USA, University of Surrey und am Labanotation Institute. Choreographierte u.a. für das Niederösterreichische Donaufestival, für die Wiener Festwochen, die Kammeroper Wien, das Künstlerhaus, die Österreichische Galerie Belvedere, die Ballettschule der Wiener Staatsoper, den Posthof Linz, die Staatsgalerie Stuttgart, die szen e bunte wähne, für Jeunesse musicale, das Wiener Konzerthaus, das Klangforum Wien, das Tanzquartier Wien, das Grand Théâtre Luxembourg und Philharmonie Luxembourg, das Festspielhaus St. Pölten, die Bregenzer Festspiele, Odeon Wien (residency 2010-2012) und die Berliner Sophiensäle. Gastspiele im In- und Ausland - u.a. Schweiz, Frankreich, Tschechien, USA, Luxembourg, Deutschland, Rußland. Ausgezeichnet wurde Rose Breuss mit dem Max-Brand-Preis für Experimentelle Musik, dem Theodor-Körner-Preis für Wissenschaft und Kunst und der Prämie des Bundeskanzleramtes für die Choreographie Drift. Seit 2006 ist Rose Breuss Institutsdirektorin des Institute of Dance Arts an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz. Sie habilitierte 2005 an der ABPU. Rose Breuss war als Gast an der Ballettschule der Wiener Staatsoper, an der Universität Salzburg, an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt, der Middlesex University London und der Bundeskulturstiftung Deutschland tätig.

Mitwirkende:

Ernst Kovacic - Violine
Rose Breuss - Choreographie
Pawel Dudus, Andrea Maria Handler, Nadine Horváth, Martyna Lorenc, Juan Dante Murillo, Rafal Pierzynski - Tanz


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