Vortrag

Die armen durftigen - Armut in der mittelalterlichen Kleinstadt


Begrüßung
wHR Mag. Dr. Willibald Rosner
Direktor des NÖ Landesarchivs
Generalsekretär des Vereins für Landeskunde von Niederösterreich

MMag. Dr. Kornelia Holzner-Tobisch, MAS
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Institut für Mittelalterforschung

Der Umgang mit Armut war im Mittelalter von Ambivalenz geprägt. Einerseits wurden die Armen verachtet und in der Masse gefürchtet, andererseits waren sie Abbild Christi. Das Almosen war Pflicht, Caritas aber meist mit Kontrolle verbunden.
Das engmaschige soziale Netz kleiner Städte bot Unterstützung und Integration für die „guten" Armen mit ehrbarem Lebenswandel, wie die Bürgerspitalsarmen, fromme Mädchen, arme Schüler und Geistliche, Dienstboten sowie die stadteigenen - und daher wohlbekannten - Bettler. Doch Migration machte vor den Stadtmauern nicht halt. Der Umgang mit den stadtfremden, als kriminell stigmatisierten Armen erforderte im Spätmittelalter neue Strategien der Kontrolle. Überraschenderweise begegnen im aktuellen Armutsdiskurs Elemente mittelalterlicher Denk- und
Verhaltensmuster.


Vergangene Termine