Oper

Die arabische Prinzessin


Ali lässt sich von seiner Tante Safah eine Geschichte erzählen, die er schon oft gehört hat und besonders mag; es ist die Geschichte von Amirah, der arabischen Prinzessin, und Jamil, dem Fischer: Prinzessin Amirah verliebt sich in den armen Fischer Jamil mit der schönen Stimme und möchte ihn trotz seiner Herkunft heiraten.

Obwohl Jamil erst lernen muss, wie er sich am Hof der Prinzessin zu benehmen hat, bereiten sie ihre Hochzeit vor. Doch eines weiß ­Jamil: Sollte sich Amirah auch nur einmal über seine Herkunft lustig machen, wird er sie verlassen. Der Hochzeitstag ist da, und die beiden freuen sich auf ihre gemeinsame Zukunft. Und sie leben glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage …

Oder etwa nicht? Ali hat die Geschichte ganz anders in Erinnerung: War es nicht so, dass Amirah Jamil eines Tages doch damit aufzieht, dass er einmal Fischverkäufer war?! Jamil ist zutiefst verletzt, er verstummt und lässt Amirah allein. Die Verlassene bricht unglücklich zusammen.

Ali und seine Freunde sind von Amirahs Unglück so betroffen, dass sie ihr am liebsten einen Hinweis geben würden, wo sie ihren Geliebten – wie Orpheus seine Eurydike – suchen muss: auf der einsamen Insel des Schillernden Vergessensfürsten. Amirah macht sich mit ihrer Dienerin auf den Weg, sie will ihn aus den Fängen des Fürsten befreien und zu sich zurückholen. Sie macht dem ­Vergessensfürsten ein An­gebot: Wenn sie den immer noch stummen Jamil zum Sprechen bringen kann, darf sie ihn mit sich ­nehmen, andernfalls gehört dem Fürsten ihr Leben. Ob es Amirah gelingen wird, Jamil aus den Fängen des Vergessensfürsten zu befreien und sich an ihre gemeinsame Liebe zu erinnern? Das wollen auch Ali und seine Freunde so schnell wie möglich erfahren, und sie beschließen, nicht länger der Geschichte nur zuzuhören, sondern selbst einzugreifen …

Ein arabisches Märchen wie aus Tausendundeiner Nacht liegt ­dieser besonderen Oper für Jung und Alt zugrunde, die 2009 in ­Ramallah uraufgeführt wurde. Die Musik stammt von dem spanischen Komponisten Juan Crisóstomo de Arriaga, der – Zeit­genosse von Schubert und Beet­hoven und häufig als „spanischer Mozart“ bezeichnet – 1826 mit knapp 20 Jahren starb und ein für seine wenigen Lebensjahre beachtenswertes Œuvre hinterließ.

Für diese Märchenoper wurden verschiedene Originalwerke Arriagas zu einem Opernpasticcio zusammengestellt und für Kammer­orchester, Gesangssolisten und Kinderchor arrangiert. So ist ein fesselndes, für Kinder wie für ­Erwachsene gleichermaßen zugängliches Werk entstanden, das ­Themen wie (Selbst-)Zweifel, gegenseitigen Respekt und das Überwinden von Grenzen aufgreift und zugleich das Erzählen von Geschichten.

Märchenoper in zwei Akten

Konzeption und musikalische Einrichtung von Anna-Sophie Brüning, Text von Paula Fünfeck nach einem arabischen Märchen

Ab 8 Jahren


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