Theater

Die Abenteuer des Prinzen Villamongo


Ein tiefes Verließ im Schlosse des Königs, die vier nackten
Wände, ein Krug Wasser. Im Hintergrunde in
Übermannshöhe ein kleines vergittertes Fenster, welches
auf den Garten des Schlosses hinausgeht.
Der Prinz und sein Diener Kasperl sitzen auf den Pritschen.
Mit diesem trostlosen Szenario eröffnet
Marius Szudolski (1879–1961) ein Puppenspiel, das er im
Winter 1916 im sibirischen Lager Sretensk geschrieben hat.
Der Jurist, der von 1902–1906 am Wiener Konservatorium
bei Hermann Grädener, Louis Thern und Josef Hofmann
auch Musik studiert hatte, meldete sich 1915 als
Einjährig-Freiwilliger zum 25. Landwehr-Infanterieregiment
und geriet bald in russische Gefangenschaft.
In Sretensk, wo bis 1897 die Transsibirische Eisenbahn
endete, sollte Szudolski bis 1921 interniert bleiben.
Im Jahr darauf wurde er Professor an der Wiener
Musikakademie. In Sibirien war das größte Leid der Hunger,
was die Essensphantasien der Lagerinsassen beflügelte.
So auch jene des Kasperl, der unter widrigsten Umständen
von allerlei Köstlichkeiten träumt. Zusammen mit dem Prinzen
meistert er halsbrecherische Abenteuer, die ein glückliches
Ende nehmen: Es siegt die Liebe, und es erwartet die Helden
ein neues Leben in Freiheit, in der alle Delikatessen zur
Verfügung stehen. (Wienbibliothek im Rathaus, Dez. 2014)

Spiel: Katarina Csanyiova, Tanja Ghetta,
Walter Kukla, Alban Beqiraj
Erzählerin: Julia Reichert
Musik/Komposition: Marie-Theres Stickler
Bühne, Figuren: Maxe Mackinger, Julia Reichert
Kostüm: Burgis Paier
Technik: Kolja Meierhofer
Regie: Thomas Reichert


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