Oper

Dido und Aeneas


“Destruction’s our delight. Delight our greatest sorrow! Elissa dies tonight and Carthage flames tomorrow!” / „Zerstörung ist unsere Freude. Freude unser größter Verdruss! Elissa stirbt heute Nacht, und Karthago steht morgen in Flammen!“, jubeln die Zauberin und ihre Hexen ­triumphierend, als das Schiff des trojanischen Helden Aeneas Segel setzt, um dessen Bestimmung, Stammvater der Römer zu werden, zu folgen.

Oper in drei Akten
Libretto von Nahum Tate
In englischer Sprache

Eingefädelt haben die bösen Mächte diese Intrige, um die verhasste Elissa – keine geringere als Dido, die sagenhafte Königin Karthagos selbst – zu vernichten: Auf der Flucht aus Troja treibt ein Sturm Aeneas und seine Flotte an die karthagische Küste, wo er von Dido gastfreundlich aufgenommen wird.

Die Königin, die eigentlich der Liebe für immer abgeschworen hat, gibt seinem Werben nach, und sie verlieben sich ineinander. Als ein von den Hexen geschickter Geist in Gestalt des Götterboten Merkur Aeneas zur sofortigen ­Abfahrt auffordert, sieht Dido nur Betrug und Treulosigkeit: Obwohl er sich aus Liebe dem Spruch der Götter widersetzen und in Karthago bleiben will, schickt sie ihn als Heuchler, der ihre Liebe verraten hat, fort und stirbt.

Dido und Aeneas ist Henry Purcells einzige Oper im herkömmlichen Sinne. Im Gegensatz zu den musikdramatische, tänzerische und schauspielerische Elemente ver­bindenden „Masquen“ ist Dido und Aeneas ein durchkomponiertes Werk, bietet aber der englischen Tradition gemäß neben tiefempfundenen Arien breiten Raum für Chor- und Ballettmusik: grotesk-höhnisch für die Hexen, volkstümlich für die Seefahrer und höfisch-virtuos für Didos Gefolge. Nicht zuletzt aufgrund des Erfolgs dieser Oper wurde Henry Purcell schon zu Lebzeiten mit dem Ehrentitel „Orpheus britannicus“ gewürdigt.

Uraufgeführt 1689 im privaten Rahmen eines Mädchenpensionats, geriet Dido und Aeneas in Vergessenheit und wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts im ­Rahmen der Feierlichkeiten zu Purcells 200. Todestag wieder aufgeführt. Heute ist das Werk, dessen Libretto von Nahum Tate sich eng an Vergils Aeneis orientiert, eine der meistgespielten Opern des 17. Jahrhunderts.

Die Inszenierung der Neupro­duktion in der BlackBox des Musiktheaters übernimmt die Choreographin Daniela Kurz, langjährige Direktorin und Chefchoreographin des Tanztheaters Nürnberg. Dem Linzer Publikum ist sie keine Unbekannte: Sie erarbeitete hier mit The Voyage (2002) und Orphée (2006) von Philip Glass ­bereits zwei aufsehenerregende Opernproduktionen.

Leitung:

Musikalische Leitung - Takeshi Moriuchi / Daniel Spaw
Inszenierung, Choreographie und Austattung - Daniela Kurz
Chorleitung - Georg Leopold
Dramaturgie - Thomas Barthol

Besetzung:

Dido, Queen of Carthage - Martha Hirschmann
Aeneas, Trojan Prince - Martin Achrainer
Belinda, Dido's sister and Handmaiden / First Witch - Claudia Goebl
Second Woman / Second Witch - Cheryl Lichter
Sorceress / Spirit / Sailor - Sven Hjörleifsson
Tänzer - Leonardo Rodrigues Santos / Samuel Delvaux / Nefeli Skarmea

Chor des Landestheaters Linz
Bruckner Orchester Linz


Termine

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