Hip-Hop

Dicht & Ergreifend



Die Musik von Dicht & Ergreifend lässt sich trefflich mit dem scheinbaren Oxymoron „Ghetto Gstanzl“ beschreiben.

Dass die »Dichtis« ihr eigenes Genre erfunden hätten, wurde ihnen nun schon des öfteren von diversen Kulturjournalisten attestiert. Auf der Bühne hat sich »dicht & ergreifend« mitt- lerweile zu einer alles zermürbenden Live - Walze entwickelt. Eine Dampflokomotive, die von der Ukraine bis in die Uckermark alles platt macht was Arme, Beine und Keime hat.

Sprachbarrieren? Internationale Reputation durch Mundart Rap ist die adäquate Antwort. Von der Dorfdisko nach New York, ins Berliner Lido, nach Frankreich, Italien, Sloweni- en, Österreich, Schweiz und wieder zurück in die Münchener Olympiahalle – galant und überschaubar in gerade einmal fünf Jahren Bandhistorie. Auf der »Viva con Cognac« Tour werden erste Einblicke in den neuen Longplayer gewährt, und am Merchandise Stand gibt es neben Halskrausen, praktischerweise auch Knieschoner für die, die es etwas gemüt- licher haben wollen.

Die »Dichtis« wollen sich selbst und der Generation Z den Spiegel vorhalten und auf die massiven Fehler einer noch immer irren Kolonialpolitik aufmerksam machen. White Sa- viour Complex? Was ist das eigentlich? Black Lives Matter? Warum erst jetzt? Durch eine Becher–Spende–Aktion werden Gelder generiert, mit denen wir das Projekt »Viva con Agua« unterstützen.

»Viva con Cognac« – Der Name kann nur Programm sein, wenn man sein eigenes Destil- lat an den Start bringt. Die »So&So Destillat-Manufaktur« kreiert hierzu exklusiv einen Gin zur »Viva con Cognac« Tour. Saufen damit andere nicht verdursten? Das wäre zu ein- fach gesagt. Am »So&So« Stand gibt es einen fluffigen Multiple Choice Fragebogen, der vor der Bestellung ausgefüllt werden will. Die Querverweise dienen dazu, seine eigene Dekadenz zu hinterfragen und sich der alten cognacschwenkenden weissen Männer bewusst zu werden, die uns den ganzen Kackhaufen eingebrockt haben. Danach wird einem ganz schnell klar, wie viel oder wie wenig man über die noch immer fortwährende westliche Handelspolitik weiß, die auf der südlichen Erdhalbkugel Armut und Ausbeutung konserviert. Mit Einnahmen aus dem Verkauf des antiimperialistischen Edelgesöffs un- terstützen wir ebenfalls das Projekt »Viva con Agua«.

So geht sozialempirischer Hedonismus im Jahre 2021.