Literatur

Dicht-Fest


Judit Kalman und Markus Bachgraben sind ein Traumpaar – zumindest wenn es nach ihr geht. Mit ihm, dem jungen Erfolgsautor, will sie noch einmal ganz von vorne beginnen. Gefolgt von ihrer Freundin Erika, die endlich Judits neuen Freund kennenlernen will, reist sie zu Bachgraben nach Venedig, wo er an seinem neuen Roman arbeitet. Das Paar verbringt einen romantischen Abend, der ein unerwartetes Ende findet, und nicht nur Judit muss sich die Frage stellen: Welches Spiel wird hier gespielt – und wer bestimmt seine Regeln?

Bettina Balàka erzählt von der Tragikomödie zwischenmenschlicher Beziehungen, vom Wunsch, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, und vom langen Schatten der Familiengeschichte, dem man nicht so leicht entkommt.

Bettina Balàka, *1966 in Salzburg. Studium am Institut für Übersetzer- und Dolmetscherausbildung in Wien, Aufenthalte in den USA und in England; lebt als freie Schriftstellerin in Wien. Publikationen (Auswahl): Die dunkelste Frucht. Gedichte (1994); Der langangehaltene Atem. Roman (2000); Im Packeis. Gedichte (2001); Unter Jägern. Erzählungen (2002); Eisflüstern. Roman (2006); Schaumschluchten. Gedichte (2009); Auf offenem Meer. Erzählungen (2010); Kassiopeia. Roman (2012).

Heinz R. Unger (1938 in Wien) versammelt »Im schweigenden Sprachraum« u.a. Gedichte zu Kollegen und Kolleginnen, zur Kunst im allgemeinen und zu Künstlern und Künstlerinnen anderer Kunstgattungen. Anlässe werden als Auslöser genutzt: Eine Vielzahl von Stimmlagen, aufgefächert zu einem Panoptikum an Formen und Tönen. Augusta Laar (1955 in Niederbayern) sucht in ihrem Manuskript »wie ein haar durch die milch« ebenfalls die Möglichkeiten von Gedicht zu nutzen, um über andere zu schreiben. Es geht ihr um das Phänomen »Idol«, dessen Wirkweisen sichtbar zu machen - und die Entzauberung gleich mit.

Gerhard Jaschke (* 1949 in Wien) eröffnet seinen Band »Allerweltsgedichte« mit »und setzt auf / die poetische kraft / des alltäglichen« (Zitat, S.7) und tastet seiner Vorgabe gemäß an Alltagssituationen entlang, die in Sprache gekippt, Schlagzeilen, Reimmöglichkeiten und Doppeltdeutiges nutzen und aufzeigen - Fragen und Stirnrunzeln inklusive.

Darley Rojas Castañeda (*1952 in Bogotá, Kolumbien) stellt eine Sammlung von Gedichten aus vielen Jahren vor: »Türkisfarbenes Tor« (herausgegeben von Bernhard Widder). Der Möglichkeiten der europäischen und nordamerikanischen Lyrik prallen auf die Bildwelt lateinamerikanischer Traditionen. Das Befragen von Selbstverständlichkeiten in beide Richtungen wird Thema. Und die Lücken - sie öffnen Räume samt Gratwanderungen.

Stefan Bayer (*1989): In »Verwandlungen« wird anhand von verschiedenen Themengruppen eine Variation von Schreibweisen angeschlagen. Die Themen sind zu Kapiteln gebündelt - neben den allgemein gesellschaftlichen und den üblichen privaten - geht es auch um den Wechsel der Tonarten, die ähnlich wie von Dur zu Moll, Lebensabschnitte mitbeleuchten.

Gertrude Maria Grossegger (*1957) stellt in »GRASFISCHEN in dreizehn sätzen« schon im ersten Satz die Frage nach dem »ich«, das sich fragt, was es spricht, wenn es ein Wort nutzt. Das Wort »Gras« ist dabei das Leitmotiv. Es taucht in Kombinationen auf, aber es löst auch auch immer wieder neue Aspekte aus, z.B. was von oben, was unten gesagt werden werden kann. Oder: Was bleibt und was geht - was flüchtet.

(Christine Huber)


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