Jazz

Dianne Reeves


Die 1956 in Detroit geborene Jazzsängerin Dianne Reeves hat sich sowohl im Fusionjazz, als auch durch ihre glänzende Interpretation von Standards einen Namen gemacht. Gerne singt sie auch Pop und Reggae in sublimen Arrangements. Reeves schafft sich in jedem Genre freie Bahn für ihr impressionistisches Vexierspiel.

Die dramatische Ballade „Stormy Weather“, interpretiert von Ethel Waters bis Frank Sinatra, zerkaute Reeves zuletzt auf unnachahmliche, geradezu magische Art. Kühn zersplitterte sie die Syntax der Sätze und setzte die aufgefächerten Silben auf verspielte Weise neu zusammen.

Oder sie verwandelt einen Reggaeklassiker wie „Waiting In Vain“ in eine zart pulsierende Jazzballade. Für viele ist sie die beste Jazzvokalistin der Gegenwart. Für diese Einschätzung hätte es gar nicht ihrer Adelung durch George Clooney bedurft, der sie als Jazzsängerin in seiner famosen Regiearbeit „Good Night, and Good Luck“ besetzte.

Und doch hat dieser Schwenk zum Film ihre Publikumsbasis signifikant erweitert. Jetzt erfreuen sich auch alle jene, die früher an leichteren Kalibern wie Diana Krall hängen geblieben sind, am richtigen Stoff.

Egal ob lodernde Melancholie oder glucksende Lebensfreude, die Reeves bindet alles mühelos in ihre frei fließenden Silbenkaskaden ein. Genregrenzen lösen sich da so selbstverständlich auf, wie der Kandiszucker im Tee.

Die Reeves schafft noch mehr: Glucksend jubilierender Scat-Gesang, arienhaftes Pathos, schulmädchenhaftes Piepsen, sublime Brazil-Texturen oder gutturale, trunkene Blues-Intonation, sie beherrscht einfach die ganze Skala vokalen Ausdrucks.


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