Vortrag · Diverses

Dialektaufnahmen für Hitler. Das Lautdenkmal reichsdeutscher Mundarten


Das „Lautdenkmal“ war ein Projekt, dessen
Ergebnis – 300 Aufnahmen von Mundarten aus
dem ganzen deutschen Reichsge
biet – Adolf Hitler im Jahr
1937 zum Geburtstag geschenkt
wurde. Der „Reichsbund der Deutschen Beamten“
hatte das Projekt ini
tiiert und deutsche Lin-
guisten dafür gewinnen können. Nach dem „Ansch
luss“ Österreichs an das nationalsozialis-
tische Deutsche Reich wurden auch Erhebungen
in der „Ostmark“ geplant, die Sammlung aus
dem „Altreich“ wurde um weitere 70 Aufnahme
n ergänzt. Maßgebliche Institution war dabei
die „Wiener Wörterbuchkanzlei“ an der Ak
ademie der Wissenschaften. Die Erhebungen
konnten im Jahr 1938 zwar gemacht werden, das Pr
ojekt war aber nach Einsetzen des Krieges
in seinen Möglichkeiten eingeschränkt. Die Au
fnahmen enthielten Sprachproben aus ländli-
chen Gebieten, die von Brauchtum, Traditionen,
Sagen, historischen Schlachten und anderen
ideologisch verwertbaren Themen handelten.
Im Vortrag sollen die wichtigsten wissen-
schaftshistorischen Aspekte des weitgehend
unbekannten Projekts beschrieben werden.

Begrüßung: Gerhard Baumgartner
Moderation: Winfried R. Garscha


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