Theater

Der zerbrochne Krug


Heinrich von Kleists Lustspiel zeichnet mit einem wehmütigen, liebenden Lächeln und ohne Bitterkeit Menschen aus dem Volk, die einer höheren Distanz ausgeliefert sind und die sich aufgrund der Unwägbarkeiten des Daseins und der politischen Umstände, die hier schamlos ausgenutzt werden, rettungslos verloren glauben. Seit Generationen, ja, seit Ewigkeiten, vertrauen wir auf die Rechtsprechung. Zum Glück ist bei Kleist Justitia nicht blind.

Die Geschichte eines Sündenfalls, kann auch anders erzählt werden: Wenn der triebgesteuerte allmächtige, bauernschlaue Dorfrichter Adam von der jungen Eve unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erpresserisch „so Schändliches fordert, daß es kein Mädchenmund wagt auszusprechen“, dann ist schon der Tatbestand der Nötigung und der Sachbeschädigung erfüllt.

Wenn dann der nämliche Richter bei der Ermittlung dieser Sachbeschädigung noch selbst den Vorsitz führt, dann kann der Glaube an die himmlische und irdische Gerechtigkeit schon massiv erschüttert werden. Aber der Dorfrichter geht noch viel weiter: Er missbraucht sein Amt und lenkt die Unteruchungen in die falsche Richtung, bis schliesslich Ruprecht, der das liebende Herz Eves erobert, für den Schuldigen gehalten wird.

Zum Glück für alle, die der Allmacht dieses Dorfrichters ausgeliefert sind, gibt es noch einen Schreiber namens Licht, der, nomen est omen, zusammen mit einem Gerichtsrat erhellendes zu diesem äusserst verzwickten Fall beiträgt.

Regie: Steffen Jäger
Bühne: Sabine Freude
Kostüm: Aleksandra Kica
Musik: Boris Fiala
Licht: Gerhard Fischer
Dramaturgie: Alexandra Althoff
Regieassistenz: Nina Stix
Inspizienz: Eva Lorünser

Besetzung:

Gerichtrat: Lukas Spisser
Dorfrichter Adam: Sébastien Jacobi
Ruprecht: Bernd-Christian Althoff
Eve: Laura Mitzkus
Marthe: Helga Pedross
Schreiber Licht: Daniel F. Kamen
Frau Brigitte: Steffi Staltmeier
Magd: Alexandra Maria Nutz Vater: Mario Plaz
Büttel: Willy Kiesenhofer
Bote: Andreas Jähnert


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