Theater

Der Weibsteufel


In der Reihe der großen Frauenromane des 19. Jahrhunderts folgt nun nach den Bühnenfassungen von Anna Karenina, Madame Bovary und Effi Briest die ländliche, österreichische Variante mit Karl Schönherrs Drama „Der Weibsteufel“.

„Der Weibsteufel“ ist eine Dreiecksgeschichte von elementarer Wucht.
Mit bühnenwirksamen Dialogen in stilisiertem Dialekt und psychologischem Sinn für die unterschwelligen Zwischentöne dieses labilen Dreiecksverhältnisses entsteht ein Inferno unerfüllter Leidenschaften.

Das sittsame, vitale junge Weib ist seit sechs Jahren gut mit dem kränklichen „Flaschenmandl“ verheiratet, nur Kinder fehlen. Sie erkennt nicht die Gefahr, die der Mann als Kopf einer Schmugglerbande heraufbeschwört, sie wird ja mit Spitzen und Seide belohnt, soll bald das größte Haus im Dorf als Geschenk bekommen…

Doch ein neuer Grenzjäger ist schon auf die Ausforschung des listigen „Kapitalfuchses“ angesetzt…
Anfangs noch unerfahren in Verführungskünsten, findet die Frau durch das gegenteilige Drängen der Männer bald zu sich selber, entdeckt ihr Selbstbewusstsein und die eigenen erotischen Wünsche. Sie fühlt sich zu dem kräftigen Jäger leidenschaftlich hingezogen, ohne auf die materiellen Vorteile ihres Ehemannes verzichten zu wollen. Sie versteht es gekonnt, Eifersucht und Begierde bei den zwei Männern zu entfachen, die zu einem gewaltsamen Ausbruch führen muss.

Zuerst angestiftet und missbraucht zur Durchsetzung der Ziele der Männer, geht das Weib zuletzt schuldlos und als Erbin des großen Hauses aus dem Verbrechen hervor, das durch ihre Ausstrahlung und Anziehungskraft geschah.

1915 - vor genau 100 Jahren - in Wien und Berlin zeitgleich uraufgeführt, entwickelt das Stück auch heute noch eine rausch- und soghafte Kraft, die den Zuschauer in das Geschehen hineinzieht.

Voll atemloser Intensität rollt das außergewöhnliche Drama, dargestellt von drei energiegeladenen Bühnenkünstlern, hautnah vor dem Zuschauer im Neuen Spielraum ab.

Zur Besetzung: Der Tiroler Bühnen-und Fernsehschauspieler, Bernhard Schir, führt bei diesem Stück erstmals Regie und spielt zugleich die Rolle des Grenzjägers.
Auch Katharina Straßer ist in Tirol aufgewachsen und beherrscht den Dialekt. Sie hat ihre einnehmende Ausstrahlung in Reichenau schon beim „Reigen“ (2012) als „Süßes Mädl“ unter Beweis gestellt. Der zart gebaute, aber charismatisch starke Marcello de Nardo verkörpert den kränklichen Mann. Er hat in den letzten Jahren immer wieder in Reichenau in großen Hauptrollen überzeugt.

Drama in fünf Akten

Besetzung:

Der Mann Marcello de Nardo
Sein Weib Katharina Straßer
Ein Grenzjäger Bernhard Schir

Schauplatz ist eine Stube.

Regie: Bernhard Schir
Bühne: Peter Loidolt
Kostüme: Erika Navas
Licht: Lukas Kaltenbäck
Musik: Helmut Stippich


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