Vortrag

Der verbotene Kopernikus


Vor genau 400 Jahren, im März 1616, verbot der Vatikan die kopernikanische Lehre. Nikolaus Kopernikus zögerte Jahrzehnte lang, sein neues Weltbild der Druckerpresse anzuvertrauen. Seine Kosmologie widersprach dem Augenschein, derden Kosmos tagtäglich um die Erde wirbeln sah. Hätte Kopernikus recht, würde sich die Menschheit seit jeher getäuscht haben.

Hinzu kamen Einsprüche von Theologen: Sie leugneten die Erdbewegung unter Hinweis auf Bibelzitate. Erste Kritiker waren Martin Luther und Philipp Melanchthon, während andere prominente Protestanten Kopernikus sogar entscheidend bei der Drucklegung halfen. Die katholische Kirche trat erst ein Dreivierteljahrhundert später auf den Plan - dann jedoch umso entschiedener. 1616 wurde es untersagt, das kopernikanische Weltbild zu lehren. Wie kam es zu diesem Schritt und welche Folgen hatte er?

Dr. Christian Pinter, geboren 1959 in Wien, ist freier Wissenschaftsjournalist und Buchautor - seit 1991 spezialisiert auf Astronomie und Raumfahrt. Die meisten seiner Artikel erscheinen in der renommierten "Wiener Zeitung". Sein astronomiegeschichtliches Lesebuch “Helden des Himmels” erschien 2009 im Verlag Kremayr & Scheriau. Spezieller Raum wird darin der kopernikanischen Wende mit ihren philosophischen und religiösen Fragen gewidmet – und natürlich den großen Heroen dieser Epoche: Nikolaus Kopernikus, Galileo Galilei und Johannes Kepler.


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