Theater

Der varreckte Hof


Georg Ringsgwandl nennt sein Stück eine „Stubenoper“. Es erzählt mit viel Musik, die aus den Eingeweiden kommt und in die Eingeweide geht, mit komischen Dialogen, großartigen Charakterfiguren und scharfer Zeitkritik eine spezielle und doch ganz universelle Geschichte, die auf einem Bauernhof spielt und die große Welt verhandelt.

Springen die Kühe auf dem Berg, wird das Wetter schlecht! Sie kennen diese Bauern-regel nicht? Kein Wunder. Die Weichsenrieder Mutter hat sie erfunden. Und so son-derbar wie diese Prognose ist zunehmend auch das Verhalten der Bäuerin. Das gibt Anlass zur Sorge um den Geisteszustand der Alten. Klar ist: Jemand muss sich um die Frau kümmern.

Nicht klar ist: Wer. Tochter Gerlinde? Die Handarbeitslehrerin ist beruflich voll ausgelastet mit den „globalen Verwerfungen“, die „in Gestalt einer Horde rotzfrecher Kinder“ auf sie losstürmen. Schwiegersohn Günter? Der Leiter der Natur-schutzbehörde tritt eben sein Sabbatical an, um einem Burn-out vorzubeugen und ist auf Dauersuche nach sich selbst. Sohn Rupert?

Als Manager und Liebkind der Mutter hat er sich sein Leben mit Premiumcards zwischen „Softwarelösungen für robotergestützte Mobilitätskonzepte“ und „Executive Lounges“ eingerichtet. Fazit: Keine Zeit und keine Nerven für die pflegebedürftige Mutter und den nicht minder bedürftigen Hof. Was also tun? Eine Hilfe muss ins Haus! So kommt Svetlana aus Moldawien auf den Hof …

Georg Ringsgwandl nennt sein Stück eine „Stubenoper“. Es erzählt mit viel Musik, die aus den Eingeweiden kommt und in die Eingeweide geht, mit komischen Dialogen, großartigen Charakterfiguren und scharfer Zeitkritik eine spezielle und doch ganz universelle Geschichte, die auf einem Bauernhof spielt und die große Welt verhandelt.


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