Theater

Der Traumbaum


Im Winter, wenn sich das Tageslicht erst spät am Morgen zeigt und der Nebel die Landschaft wie eine weiche Decke einhüllt, dann kann es sein, ...

… dass über Nacht auf den Fensterscheiben, feine, kristallene Eisblumen gewachsen sind.

… dass auf der Straße alles ein bisschen anders aussieht als sonst, weil Bäume und Autos mit Raureif bedeckt sind.

Es kann sogar sein, dass man Nachbar Huber zuerst gar nicht erkennt, weil er seine warme Mütze weit ins Gesicht gezogen hat, um nicht zu frieren.

An so einem Tag, kann es auch sein, dass jemand wie Du und ich lieber im warmen Bett liegen bleibt als rechtzeitig aufzustehen.

Doch genau so ein Tag muss es auch sein, dass Zradaxl in seinem Traum-Baum erwacht.

Zradaxl hat einen kugelrunden Bauch, einen kugelrunden Kopf und zwei sehr gelenkige Beine, die er beim Schlafen hinter dem Kopf verschränkt. Seine Arme kann er soweit ausstrecken, dass er mit den Fingern, ohne sich zu bücken, seine Füßen erreicht.

Zradaxl ist eben ein besonderes Wesen, und nur Wenige wissen, dass es ihn überhaupt gibt. Aber für die meisten Menschen ist ja auch der Traum-Baum, in dem Zradaxl lebt, einfach ein Baum, wie viele andere auch.

Zradaxl kümmert sich nicht um die Menschen, denn solange es warm ist schläft er, zusammengerollt in seiner Asthöhle. Erst wenn es kalt und nebelig wird, erwacht er. Aber dann hat er soviel zu tun, dass er sich erst recht nicht um die vorbeieilenden Menschen kümmern kann. - Zradaxl ist nämlich ein Traumgärtner.

Natürlich wachsen Träume nicht wie Blumen in einem Blumentopf, oder auf der Wiese. Sie entstehen nur dort, wo jemand Traumgedanken hat. Aber damit aus einem Traumgedanken auch ein wirklich schöner Traum wird, braucht es eben manchmal auch ein bisschen Hilfe von jemandem der sich auskennt.
Zum Beispiel einem Traumgärtner wie Zradaxl.

EisblumenfensterIm Traum wie im Spiel mit der Phantasie ist (beinahe) alles möglich. In beiden Fällen können Alltagseindrücke und Wahrnehmungen verarbeitet aber auch spielerisch weiterverfolgt werden. Das Programm nimmt auf jahreszeitliche Veränderungen und Stimmungen Bezug und gestaltet sie zu poetisch-einfühlsamen Episoden.

„Der Traumbaum“ berücksichtigt in besonderer Weise entwicklungsbedingte Kinderängste vor Dunkelheit und Schatten und beinhaltet aufgrund seiner positiven Zugänge „spielerische“ Möglichkeiten zur Bewältigung - darüber hinaus aber natürlich viele, fantasievolle Spielanregungen.

Von und mit Heide Rohringer
Regie, Licht: Roman Wuketich


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